Jose F. A. Oliver

finnischer wintervorrat

Gedichte. Originalausgabe
Cover: finnischer wintervorrat
Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2005
ISBN 9783518123973
Kartoniert, 105 Seiten, 7,50 EUR

Klappentext

"Er sieht genau hin, er hört genau hin und findet das ungehörte, unerhörte Wort, das Sprache und innerste Erfahrung zur Übereinstimmung bringt. Oliver klopft die Worte ab, um ihnen einen Laut wiederzuschenken, den sie irgendwann verloren haben, und legt dadurch auch wieder verschüttete Bedeutungen frei", schrieb Joachim Sartorius über die Gedichte von Jose F. A. Oliver. So entdeckt der Dichter im Beunruhigenden das Tröstende, im Fremden das Eigene - und umgekehrt; und holt ins Gedicht: die kirschkernspuckenden Kinder in Tampere, das "zelebrierende Grün" bei der Zugfahrt nach Hausach, die Poesie als "ahornpropeller", als "ahnung von flug & luftverstreichen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.11.2005

Joachim Sartorius preist Jose F. A. Oliver als "singuläre Erscheinung" unter den zeitgenössischen deutschsprachigen Lyrikern. Besonders die "Spannung", die durch die "lokale Verortung im Schwarzwald" einerseits und die Einflüsse von Ländern, Lyriktraditionen und Dichtern aus aller Welt andererseits entsteht, prägen diese Gedichte, findet der Rezensent. So lobt er Verse, die von Alexandria, Finnland und Boston handeln, als besonders "berückend" und stellt fest, dass ihnen eine "Lust" am "Nennen" und "Finden beschwörender Formeln" eigen ist. Wer in der Lyrik nach "Musik" und der "Lust am sprachlichen und formalen Experiment" sucht, wird von diesem Band, dessen Gedichte auch vom Schriftbild her "ungewöhnlich" sind, "reichlich belohnt", verspricht der Rezensent. Und weil die Entschlüsselungsanstrengungen, die man bei diesen Gedichten zu leisten hat, niemals größer sind als die "unmittelbare sinnliche Anschauung", sind es "gute Gedichte", so Sartorius schlicht.
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