Klappentext

Mit zahlreichen Fotos. "Weltensammler" Ilija Trojanow und Fotograf Christian Muhrbeck reisten jahrelang durch Bulgarien, um die Facetten des dortigen Lebens zu erkunden, zwischen archaischer Kultur, Postsozialismus und den Spannungen der jüngsten Vergangenheit. Entstanden sind Fotografien, die den Alltag am Rand von Europa festhalten. Verbunden mit dieser Bilderwelt sind Erzählungen, die zwischen Reportage und Poesie schweben, und eine Region präsentieren, die bisher weitgehend verborgen blieb, auch wenn sie längst Teil unseres gegenwärtigen Europa ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.08.2014

Sehr gerne lässt sich Sabine Vogel von Autor Ilija Trojanow und Fotograf Christian Muhrbeck in die fernen Regionen von Bulgariens Osten entführen: Dort treffen beide, von touristischen Interessen völlig frei, auf die ganz gewöhnlichen Bewohner der Peripherie Europas, wo Muhrbecks Kamera Armut und Schmutz einfängt, während Trojanow, der selber aus Bulgarien stammt, für seinen "leisen Bericht" den "Geschichten der Überflüssigen, Abgehängten und Abgewickelten" einfach nur zuhört, wie die Kritikerin erklärt. Besonders wird ihr Interesse von der brachen Ästhetik dieser urlaubstouristischen Ansprüchen nicht gerecht werdenden Welt geweckt, die Muhrbecks Fotografien nicht als illustrativer, sondern als gleichberechtigter Bestandteil dieses Bandes dokumentiert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2013

Passend zu den Bürgerprotesten in Bulgarien vermittelt das Buch von Christian Muhrbeck und Ilija Trojanow der Rezensentin zwar den Eindruck eines rundum ausgelaugten, kaputten Landes und zugleich die Hoffnung, dass sich etwas ändert. Als Reportageband möchte Rakusa das Buch aber nicht bezeichnen. Muhrbecks Schwarzweiß-Fotos von Zigeunerhochzeiten, Fischern, Schnapsbrennern, Trümmern und Monumentalarchitektur und Trojanows Geschichten aus dem Alltag in Armut und Ruinen, finden laut Rakusa nicht wie Bild und Kommentar zueinander, über die geschichtlichen Abgründe, die sie jeweils aufreißen, sondern als eigene Erzählungen ausdrucksstark und eindringlich, findet Rakusa.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Bild und Text, Vergangenheit und Gegenwart gehen in dem Buch "Wo Orpheus begraben liegt" des Schriftstellers Ilja Trojanow und des Fotografen Christian Muhrbeck eine stimmige Symbose ein, so der Rezensent Hans Gasser. Dabei ist er sich gar nicht sicher, ob die fiktiven Geschichten über den Balkan nun die Schwarzweiß-Fotografien illustrieren oder anders herum. Der Band zeigt das Leben der kleinen Leute, der Zigeuner zum Beispiel und liefert so eine "Essenz des Balkans", schwärmt Gasser. Ihm gefallen die realitätsnahen, unterhaltsamen Anekdoten, die aus den Bildern viel mehr werden lassen als bloß "gut gemachte Klischees vom wilden Osten".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de