Christian Meier

Der Historiker und der Zeitgenosse

Eine Zwischenbilanz
Cover: Der Historiker und der Zeitgenosse
Siedler Verlag, München 2014
ISBN 9783827500489
Gebunden, 224 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Wie hängt die Arbeit des Historikers mit seiner eigenen Biografie und seiner eigenen Lebenszeit zusammen? Was kann Geschichtsschreibung für die Gegenwart leisten? Anlässlich seines 85. Geburtstags zieht Christian Meier nun Bilanz und reflektiert über die Probleme, die aus dem Verhältnis zwischen der Welt der Geschichte und der Provinz des Historikers erwachsen. Die Fragen, die Historiker an die Geschichte stellen, werden immer auch durch ihre Zeitgenossenschaft beeinflusst. Sie bestimmt ihre Vorstellungen ebenso wie ihre Sorgen und Ängste. Diese Erkenntnis bildet den Bogen von Meiers Antrittsvorlesung, die er 1968 unter dem Titel "Die Wissenschaft des Historikers und die Verantwortung des Zeitgenossen" gehalten hat, zu seiner vielbeachteten Abschiedsvorlesung vom Juli 2012. Der vorliegende Band versammelt diese beiden wichtigen Texte sowie ein Gespräch mit Georg Frühschütz, einem seiner letzten Studenten, in dem Christian Meier über Schwierigkeiten und Freuden des Historikerberufs nachdenkt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2014

Den bekanntesten Althistoriker Deutschlands lernt Simon Strauss anhand dieses Geburtstagbuches für und von Christian Meier eingehend kennen. Außer der 68er-Antritts- und der 2012er-Abschiedsvorlesung enthält das Buch laut Rezensent vor allem ein Interview Meiers mit einem seiner letzten Studenten. Aus diesem Gespräch erfährt Strauss, wie Meier den SED-Totalitarismus flieht, die Adenauerzeit erlebt und schließlich zum gefragten Buchautor und Forscher aufsteigt, dem es gelingt, Antike und Gegenwart miteinander in fruchtbare Beziehung zu setzen, wie Strauss anerkennend erklärt. Die Neugier am Funktionieren des Staates und das Erkenntnisinteresse Meiers an grundsätzlichen Fragen lassen dem Rezensenten diese Lektüre und das Interesse an Meiers Wirken allemal lohnend erscheinen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2014

Pünktlich zu Christian Meiers 85. Geburtstag erscheint nun seine "Der Historiker und der Zeitgenosse" betitelte "Zwischenbilanz", berichtet Jürgen Kaube ebenso erfreut wie amüsiert. Der Rezensent schätzt den Historiker insbesondere für seinen interdisziplinären Blick auf das große Ganze, der ihn vor seinen Kollegen auszeichnet. Mit großem Interesse liest der Kritiker nicht nur noch einmal Meiers Antrittsvorlesung von 1968 in Basel, sondern auch seine Münchener Abschiedsvorlesung aus dem Jahre 2012, in welcher Meier etwa über den sozialen Wandel von der römischen Republik zur Monarchie sinniert. Aufschlussreich findet Kaube auch das den Hauptteil des Buches ausmachende Gespräch zwischen Meier und dem Studenten Georg Frühschütz, in dem der Historiker über seine Jugend im Nationalsozialismus, Gedanken über den Kommunismus und die Adenauer-Ära spricht. Einmal mehr lässt sich der Kritiker von dem Ausnahme-Historiker in den Bann ziehen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2014

Stefan Rebenich schätzt diesen Band mit Texten Christian Meiers, der anlässlich des 85. Geburtstags des großen Historikers erschienen ist. Er würdigt Meier als Hochschullehrer und Intellektuellen, der die Verantwortung immer gesucht und Stellung bezogen hat. Neben der berühmten Antrittsvorlesung von 1968 hebt Rebenich die Abschiedsvorlesung des Historikers von 2012 hervor. Besonders interessant scheinen ihm auch die Gespräche Meiers mit einem seiner letzten Studenten, Georg Frühschütz, die um die Jugend unter Hitler, den schwierigen akademischen Anfang und die Aufgaben des Geschichtsschreibers kreisen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.02.2014

Statt der üblichen Würdigungen durch akademische Weggefährten finden sich in diesem Geschenk zum fünfundachtzigsten Geburtstag Christian Meiers dokumentierte Gespräche mit einem seiner letzten Studenten, der ihn durch sein neugieriges Nachfragen noch einmal richtig gefordert hatte, berichtet Louisa Reichstetter. In "Der Historiker und der Zeitgenosse" geht es viel um Persönliches, so die Rezensentin: um Meiers eigene Motivation für das Geschichtsstudium, um die "schlafraubende Verantwortung", die er mit dem Beruf des Historikers verbindet, um Selbstzweifel. Nicht nur angehende Geschichtsstundenten können hier noch etwas lernen, verspricht Reichstetter.
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