Christian Fuhrmeister

Beton Klinker Granit

Material Macht Politik. Eine Materialikonographie
Cover: Beton Klinker Granit
Bauwesen Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783345007156
Gebunden, 334 Seiten, 55,20 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Bauten und Bauherren steht nicht nur die Form, sondern auch das spezifische Material zur Verfügung, um eine politische Aussage zu transportieren. Welch entscheidende Rolle das Material bei der Planung und Entstehung der Denkmäler der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus spielte, macht Christian Fuhrmeister deutlich: Anhand zahlreicher, bisher vernachlässigter Quellen zu den wichtigsten Denkmälern der 20er und 30er Jahre wird der historische Kontext der Ideologisierung natürlicher und künstlicher Steine erhellt. Erstmals werden das Märzgefallenen-Denkmal von Gropius, Mies van der Rohes Revolutionsdenkmal und Holzmeisters Schlageter-Denkmal mit der nationalsozialistischen Natursteinbesessenheit eines Wilhelm Kreis oder Albert Speer in Beziehung gesetzt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2002

Ganz vorzüglich findet Peter Reichel diese Materialästhetik und politische Ikonographie verknüpfende Denkmäler-Studie, mit der der gelernte Steinmetz Christian Fuhrmeister zum Kunsthistoriker promoviert. Kenntnisreich sei sie, quellen-und forschungskritisch auf hohem Niveau, empirisch breit fundiert und darüber hinaus detailliert und dicht geschrieben, ohne unlesbar zu sein. Der Autor, schreibt Reichel, kommt zu "neuen, differenzierten Einsichten" in den politisch-symbolischen Bedeutungsgehalt von traditionellem Naturstein (Granit!) einerseits und industriell - modernen Baustoffen wie Beton und Klinker andererseits. Dass er dabei die Entwurfs -, Bau- und Rezeptionsgeschichte der betreffenden Denkmäler berücksichtigt und den kunsthistorischen Kontext beleuchtet, vermerkt der Rezensent mit Dankbarkeit. Die Grenze des angewandten materialikonographischen Ansatzes wird Reichel (wie dem Autor übrigens selbst) allerdings auch bewusst. Sie zeigt sich in der Erkenntnis, "dass Naturstein wie Kunststein 'amoralisch und apolitisch' (H. Wefing) sind". Ein wenig mehr politisch-kulturelle Kontextualisierung, schließt Reichel, sollte dem Buch nicht schaden: Vielleicht in den zu wünschenden weiteren Auflagen.

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