Die Autorin, die sich intensiv mit Mörike beschäftigt hat, führt uns durch sieben Stationen seines Lebens - angefangen bei seiner Seminarzeit in Urach und den Jahren in Tübingen, wo er ohne Begeisterung und Überzeugung Theologie studiert, über seine zahlreichen Pfarrstellen, in denen er es nie lange aushält, bis zu seiner Anstellung als Literaturlehrer am Katharinenstift in Stuttgart und seinem Tod am 4. Juni 1875. Die sieben Stationen werden jeweils durch eine kurze Darstellung der zeitgeschichtlichen Zusammenhänge eingeleitet. Danach folgt eine Erzählung des betreffenden Lebensabschnitts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.06.2004
Wer sich in ein Dichterleben hineinseufzen wolle, sei mit diesem Band gut bedient, befindet Hannelore Schlaffer über Christa Schmidt-Lotz' "Eduard Mörike. Leben auf der Flucht" . Anläßlich des 200. Geburtstags des Dichters hat die Rezensentin gleich eine ganze Reihe von Mörike-Biographien besprochen, wobei man über die einzelnen Bücher leider nicht immer wirklich viel erfährt. Im Blick auf alle Biographien moniert Schlaffer das ihnen zugrundeliegende "Schema Mörike"; Mörike erscheine als Mythos, zu dessen Ausstattung eine einmalige, lebenszerstörende Liebe, ein Freundeskreis, ein ungeliebter Beruf, eine missglückte Ehe, und schließlich ein schmales, doch umso tieferes Werk gehörten. Dies Schema hindere die Biographen ein wenig daran, aus der Stimme Mörikes sein Wesen herauszuhören. Allerdings hebt Schlaffer gerade die Einfühlsamkeit von Schmidt-Lotz' Biographie hervor. Die Autorin fühle mit dem Dichter und mache das Leid, das Mörike nach der Begegnung mit Maria Meyer erfasste, "so recht nacherlebbar".
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