Christa Lichtenstern zieht hier die Summe aus ihren langjährigen Forschungen zum Werk Henry Moores. Intensiv setzt sie sich mit Moores Naturverständnis, seinem Interesse am Surrealismus, seiner revolutionär neuen Sicht einer Welttradition der Skulptur. Aber auch der Einfluss der irisch-angelsächsischen Tradition auf sein Werk wird in den Blick genommen. Weiterhin wird erstmals Moores Kunstphilosophie detailliert gedeutet und seine theoretischen Leitbegriffe wie humanity of form, organic whole, spiritual vitality, balance, rhythm, intensity oder variety vorgestellt. Schließlich befasst sich die Autorin mit der Wirkungsgeschichte Moores in West- und Ostdeutschland, England, den USA, Japan, Russland und Polen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2009
Als echten "Glücksfall" bejubelt Andreas Strobl Christa Lichtensteins Monografie von Henry Moore und findet ihr Erscheinen umso überraschender, als dass sie nicht mal aus Anlass einer aktuellen Ausstellung entstanden ist. Die Autorin überzeugt ihn vollends durch ihre jeglicher Verherrlichung des Bildhauers abholden Darstellung und ihre fundierten Kenntnisse des Werks und seiner Rezeption. Und so gibt dieser Band die Möglichkeit, das Werk von einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts zu sichten, dessen Kunst heute kaum mehr beachtet wird, obwohl seine Kunstwerke an vielen prominenten Orten präsent sind, so Strobl erfreut.
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