Charlotte Mutsaers

Kutscher Herbst

Roman
Cover: Kutscher Herbst
Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN 9783446237537
Gebunden, 431 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. An einem Frühlingstag findet Maurice Maillot in einem Park in Amsterdam ein Handy im Zebrafelletui. Das Ladyphone klingelt nicht, es miaut, und Maurice, der gerade seine Katze verloren hat, beschließt: Die Besitzerin muss seine Geliebte werden! Doch die merkwürdige Schöne stellt schon bald sein ganzes Leben auf den Kopf. Charlotte Mutsaers' Roman ist die skurrile Liebesgeschichte zweier Außenseiter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2012

Der Spaß, den Martin Halter mit diesem Roman der Niederländerin Charlotte Mutsaerts hatte, hält sich ganz klar in Grenzen. Und das, obwohl sich Mutsaert den Freuden und Qualen der Fleischeslust so eingehend widmet, wie es sich Charlotte Roche unter ihrer Heizdecke nicht in den wildesten Träumen vorstellen könnte. Mutsaert erzählt, entnehmen wir den Informationen des gebeutelten Rezensenten, von Dora Dhont, Muse des reichen und erfolglosen Schriftstellers Maurice Maillot. Diese Dodo scheut beim Sex eigentlich keine Abartigkeit, aber so pervers, einen Hummer zu quälen, ist sie dann doch nicht, weswegen sie in der Lobster Liberation Front kämpft. Halter sieht hier einige Geschmacksverirrungen am Werk, etwa die Anhimmlung des "sanftäugigen" Osama bin Laden oder den Pinkelsex, die er der Autorin als "anarchistischem Wildfang" noch hätte durchgehen lassen. Aber die "selbstgefällige Geschwätzigkeit" des Romans, die will er nicht schlucken.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2011

Roman Bucheli ist hingerissen von diesem Roman um einen einsamen, schreibblockierten Schriftsteller und eine militante Tierschützerin, und er hat sich mit der grotesken "Passionsgeschichte" von Herzen gegruselt und amüsiert. Die niederländische Autorin und Malerin scheut weder derbe Späße noch überzogenes Pathos, um das Leiden der Kreatur, sei es am Beispiel des Hummers oder an dem der an der Liebe zuschanden gehenden Menschen, in schwarzer Komik und überdrehter Abgründigkeit eindrucksvoll in Szene zu setzen, preist der Rezensent. Dass die Übersetzerin Marlene Müller-Haas dafür im Deutschen mit ebensoviel Sprachwitz wie -kraft den richtigen Ton getroffen hat, freut ihn besonders.
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