"Black Hole" erzählt eine fortlaufende Teenager-Horrorstory. Das Setting ist eine amerikanische Kleinstadtszenerie in den 50er Jahren. Dort lässt der Zeichner eine neuartige Krankheit ausbrechen, die nur Jugendliche bekommen können: Die Teenager-Pest. Ein paar Beulen, ein hässlicher Ausschlag, manche verwandelten sich in Monster oder bilden neue Körperteile. Voller Angst und doch seltsam kalt befassen sich auch die beiden Hauptfiguren mit ihrer Metamorphose. Doch nicht allein in der Krankheit liegt das Grauen. Bei Burns ist schon die Pubertät an sich das nackte Elend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2000
Charles Burns kommt vom Comic - er arbeitete für Art Spiegelmans Comic-Magazin "Raw" - und macht aus seinen Einflüssen kein Geheimnis, verrät Philipp Gassner, als da wären: Pulps, Zeichentrickfilme, TV-Serien, Rock`n Roll, die gesamte Trashkultur der 70er und 80er Jahre. Burns erzählt Horrorgeschichten als "Mittel zum Zweck", behauptet Gasser: Damit visualisiere er innere Vorgänge und Ängste in einer scheinbar heilen Welt, die besonders für Jugendliche bedrohlich wirkten. "Black Hole" lasse sich ebenso als aktuelle Aids-Metapher interpretieren, schreibt Gasser, wie auch allgemeiner fassen: es gehe um die Entdeckung der Sexualität in der Pubertät, die etwas "ebenso Wunderbares wie Traumatisierendes" habe. Für Gasser kommen die inneren Nöte der Jugendlichen mit großer Intensität rüber. Auch zeichnerisch habe Burns zu einem scharfen, unerbittlichen Schwarzweiß-Stil gefunden, der die Horrorästhetik der 50er und 60er Jahre ins Extreme steigere. Die einzelnen Episoden der nun mehr drei vorliegenden Bände verknüpften sich zu einen gewaltigen und verschlingenden Horror-Epos, schreibt der begeisterte "im schwarzen Loch" verschwundene Rezensent.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…