Carl Jonas Love Almqvist

Das Geschmeide der Königin

Romaunt in zwölf Büchern
Cover: Das Geschmeide der Königin
Kindler Verlag, Kindler 2005
ISBN 9783463404783
Gebunden, 414 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke. Schweden, kurz nach der Französischen Revolution. Auf einem Maskenball in der Stockholmer Oper wird König Gustav III. angeschossen und stirbt kurz darauf. Unter den entsetzten Anwesenden macht bald ein Gerücht die Runde: Ein bildschönes, seltsames Wesen, ein Mädchen in Männerkleidern oder ein junger Mann, soll den König in die Nähe des Täters gelockt haben. Wer ist Tintomara, das verführerische Wesen, das allen Menschen die Sinne verwirrt? Almqvist hat ein flirrendes Vexierspiel voll romantischer Ironie geschaffen, das die unterschiedlichsten Motive, Stile und Formen miteinander verschmelzen lässt. Der Stoff wurde vielfach bearbeitet, unter anderem von Giuseppe Verdi in seiner Oper "Un ballo in maschera".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2005

Ganz in der Tradition des romantischen Gesamtkunstwerks vermischten sich in der Erzählung phantastische und realistische Elemente, die als Malerei, Musik und Schrift ein Ganzes bilden, informiert Anna Katharina Dömling. Sogar ein Lied mit Noten habe Almqvist mit in den Text aufgenommen. Der Roman sei eine "leichtfüssig daherkommende, doch höchst kunstvoll komponierte Verwechslungsgeschichte", die sich erzähltechnisch auf mehreren Ebenen realisiert. Die androgyne phantastische Hauptfigur Tintomara, die an Goethes Mignon erinnere, gerate in ein tragisches Beziehungsdrama, dass schließlich im Königsmord ende. Ein "Gespinst aus Erotik, Macht, Wahnsinn und Tod" entdeckt die Rezensentin und lobt die neue Übersetzung, die der schwedischen Werkausgabe folgt und den romantischen Charakter zu bewahren weiß.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.11.2005

Gut gelaunt berichtet Stephan Opitz von einem "romantischen Spektakel" aus dem Jahr 1834 mit allem Drum und Dran: historische Ereignisse - das Attentat auf Gustav III., König von Schweden, im Jahr 1792 - sowie mysteriöse Figuren, Fräuleins und Offiziere, Rat- und Kreditgeber, "tief dekolletierte Mütter" und jede Menge Wald. Weil Almquist aber Schwede war und Wald nach den Informationen des Rezensenten dort recht verbreitet ist, sei er nicht metaphysisch aufgeladen wie bei den deutschen Romantikern, sondern wird einfach beschrieben, dass es eine Freude ist, auch in der sehr gelungenen deutschen Übersetzung. Alles in allem: eine interessante und vergnügliche Reise "in die literarische Vorstellungswelt Schwedens im frühen neunzehnten Jahrhundert".
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