In Zusammenarbeit mit dem Metzler Verlag. Dirigieren ist mehr als das bloße Koordinieren von Musikern! Wolfgang Hattinger zeigt, worüber selten in den Feuilletons gesprochen wird, und was dennoch auf das künstlerische Ergebnis einwirkt: Da sind zum Beispiel Macht und Ohnmacht des Dirigenten oder die Kommunikation mit einzelnen Musikern und dem Orchester nur einige Themen, die die Selbst- und Außenwahrnehmung des Dirigenten bestimmen. Hattinger beschreibt und hinterfragt die weit über das rein Musikalische hinausgehenden Vermittlungsebenen zwischen Dirigent und Publikum, Orchester, Medien, Ästhetik, Partitur und Spiritualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013
So speziell, wie es aussieht, ist dieses Buch offenbar gar nicht. Wolfgang Hattingers Untersuchung zum Beruf des Dirigenten, bietet Jan Brachmann neben interessanten Beobachtungen aus dem Orchesteralltag (etwa zur Bedeutung der Arm- und Augenbewegungen des Menschen am Pult) auch soziologische, arbeitspsychologische, neurophysiologische und wirschaftliche Daten rund um den Dirigenten. Wussten Sie, dass beim Bergen Phiharmonic Orchestra überdurchschnittlich viele Frauen als Stimmführerinnen fungieren? Oder wann der autoritäre Führungsstil eines Toscanini verzichtbar wurde? Brachmann weiß es jetzt, dem Autor sei Dank. Obgleich das Buch keine neuen Thesen enthält, keine neuen Quellen erschließt, wie es heißt, und der sachliche Ton des Autors den Rezensenten etwas ermüdet, als lesbare Zusammenschau zum Thema empfiehlt Brachmann es dennoch allen Musikern und Musikliebhabern.
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