Brigitte Penkert

Briefe einer Rotkreuzschwester von der Ostfront

Cover: Briefe einer Rotkreuzschwester von der Ostfront
Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783892449881
Gebunden, 256 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Jens Ebert und Sibylle Penkert. Der vorliegende Band gibt die Erlebnisse und Beurteilungen der Rotkreuzschwester Brigitte Penkert, die Vormarsch und Niederlage der Wehrmacht an der Ostfront hautnah erlebte, in einem authentischen Briefkonvolut wieder. Als letzte Schwester der Armee verlässt Brigitte Penkert den Ostpreußen-Kessel. Ihre Briefe bieten einen schonungslosen Blick auf ein Kapitel "weiblicher Kriegsgeschichte" auf dem Weg in die Katastrophe eines unmenschlichen Vernichtungskrieges.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2006

Rezensentin Marita Krauss ist ziemlich fassungslos über fehlende kritische Distanzierungen sowohl in der Einleitung als auch des Nachwortes der Tochter Sibylle Penkert. So lobenswert es auch sei, die Briefe einer strammen Nationalsozialistin und deren Ansichten über so genannte "Untermenschen" etc. zu publizieren, so wenig "sinnvoll" sei es auch heutzutage noch, dies nur mit einer neutralen einfühlenden Haltung zu tun. Einzig der Klappentext spreche von einer "schonungslosen" Darstellung. Unabhängig von der Frage einer kritischen Kommentierung hätte die Rezensentin aber gerne mehr erfahren über die Jahre nach dem Krieg, in denen Brigitte Penkert ein armes und "gedemütigtes" Leben geführt habe.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.06.2006

Als ebenso bedrückend wie aufschlussreich hat der Rezensent diese Feldpostbriefe einer Krankenschwester von der Ostfront empfunden. Der zeithistorische Wert dieser Briefe ist aus seiner Sicht auch deshalb so hoch, weil es bisher fast ausschließlich Briefe von Soldaten gibt, und hier nun einmal die Ereignisse an der Ostfront aus der Sicht einer Frau geschildert werden. Zwar lässt Briefschreiberin Brigitte Penkert den Rezensenten aufgrund ihrer hundertprozentigen Nazi-Ergebenheit und ihres unverhohlenen Rassismus immer wieder schaudern. Dennoch macht die in den Briefen zum Ausdruck kommende "pervertierte Vaterlandsliebe, missverstandenes preußisches Pflichtethos, rassistischer Dünkel und blinder Glaube an den 'Führer'" sowie die Angst davor, dass es nach einer Niederlage in diesem Krieg kein Morgen für Deutschland mehr geben wird, diese Feldpost zum Dokument.