Bragi Olafsson

Der Botschafter

Gedicht in freiem Vers. Roman
Cover: Der Botschafter
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783100552143
Gebunden, 368 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Tina Flecken. Sturla ist ein Dichter aus Island. Er hat das große Los gezogen: Als einziger Vertreter seines Landes wird er zu einem Literaturfestival nach Litauen eingeladen. Doch der Ausflug wird zum Horrortrip. In Vilnius angekommen, wird er des Plagiats bezichtigt. Statt seine Gedichte vorzulesen, muss er seine Unschuld beweisen. Und dann wird ihm noch sein nagelneuer Mantel geklaut. Aber in seiner größten Not rettet ihn das Glück in Gestalt der schönen Liliya. Alles wendet sich auf wundersame Weise zum Guten - nicht ohne ein paar unerlaubte Tricks. Ein unterhaltsamer und vielschichtiger Roman darüber, dass nichts unmöglich ist, solange man gute Einfälle hat, und dass manchmal kriminelle Energie hilft, um das Schicksal zu beeinflussen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2010

Exzellent unterhalten fühlt sich Peter Urban-Halle mit diesem Roman von Bragi Olafsson, der dem Rezensenten bei Paul Auster, Knut Hamsun und Nikolai Gogol in die Schule gegangen zu sein scheint. Das von Olafsson mit einem Sinn fürs Ausführliche und Nervöse, wie es in der Besprechung heißt, inszenierte postmoderne Verwirrspiel um vertauschte Identitäten, Menschen, Dinge und Texte und unvermutete Verbindungen erscheint Urban-Halle zwar nicht neu. So amüsant und geistreich kunstvoll und ernsthaft gemacht wie bei Olafsson liest er es aber gern immer wieder.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.12.2009

Island und Lyrik, das kann ja so spannend ja nicht sein, denkt auch der Rezensent. Und wenn die Handlung um einen skeptischen, alkoholseligen Dichter aus Reykjavik, den es zu einem Literaturfestival nach Litauen verschlägt, und eine verwandte weibliche Seele so "halbamüsant" dahinplätschert, fühlt sich Christoph Bartmann durchaus bestätigt. Als allerdings das Unprätentiöse der Figur von Bragi Olafsson mal wieder bis an die Schmerzgrenze getrieben wird, geht dem Rezensenten plötzlich ein Licht auf: Wenn die Figuren hier mit heiligem Ernst die Sache der Lyrik verhandeln, entstehen die "Umrisse eines poetologisch-philosophischen Essays".
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