Aus dem Französischen von Frank Sievers. "Die einzigen Tiere, denen ich auf gar keinen Fall begegnen wollte, waren Fische." Eine Sardine, strahlend und zerbrechlich, befreite Bill François einst als Kind von seiner Angst vor den Fischen und dem offenen Meer. "Sie bat mich, sie zu begleiten, und hob an, mir ihre Geschichte zu erzählen." Seither ist er nie wieder vollständig auf festen Boden zurückgekehrt. Bill François lässt uns die unterseeischen Klänge hören, wo sich das Echo der Eisberge mit den Gesängen der Wale und dem Chor der Fische mischt. Er lehrt uns die Sprache der Farben und Düfte unter Wasser und erzählt vom Atlantischen Lachs, der noch in den Gewässern Grönlands den bretonischen Bach riecht, in dem er geboren wurde. Mit einer Gang von Streetfishern steigt er in den Bauch von Paris hinab, um dessen aquatische Bewohner zu treffen. François lässt uns am gesellschaftlichen Leben der Meereswesen teilhaben, berichtet von der Kindheit der Fische, von der Fähigkeit der Buckelwale, ihr Wissen weiterzugeben, und vom Geschlechtswechsel bei den Meerjunkern. Während die Meereswelt durch den Menschen zahllosen Gefahren ausgesetzt ist, vermittelt er uns das Glück, das ein freundschaftlicher Austausch mit ihr uns finden lässt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.04.2021
Rezensent Günther Wessel empfiehlt das Buch des Meeresbiologen Bill Francois. Wissen und Begeisterung für das Meer prägen laut Wessel die Geschichten über Meeresbewohner, ihre Verhaltensweisen und ihre Bedrohung durch den Menschen. Dass der Autor seine Kenntnisse auf leichte Weise unterhaltsam vermittelt, ohne den Ernst der Lage zu unterschlagen, findet Wessel bemerkenswert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.04.2021
Was Rezensent Steffen Herrmann hier lernt, hat ihn vollkommen begeistert - etwa, dass Kraken ihr Wissen miteinander, nicht jedoch mit ihren Nachkommen teilen können. Aber es ist nicht nur die Unmenge solch ungeahnter Fakten, sondern vor allem die Sprache, in der sie vermittelt werden, die ihn fasziniert hat. Denn der Autor ist auch "Schriftsteller", wie wir erfahren, und er knüpft eigenes Erleben in diesen Text hinein. Der beseelte Kritiker empfiehlt dieses Buch auch deshalb, weil es sich nicht dem Bedauern hingibt, obwohl so vieles zu bedauern wäre, sondern weil es eine "leise Hoffnung" verströmt, dass aus dem Wissen ein anderer Umgang mit dem Meer und seinen Lebewesen entstehen könnte.
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