Berta Marse

Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte

Cover: Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783803132154
Gebunden, 171 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Wieso reagiert alle Welt so befremdet auf die Schildkröte, die Alba in der Schule gezeichnet hat? Was hat ein blauer Angora-Poncho mit Anas Schwangerschaft zu tun? Weshalb ruft Herr Miravet mitten in der Nacht seine Putzfrau an? Und warum nur droht der Vater der kleinen Patricia damit, ihr den Welpen gleich wieder wegzunehmen, den er ihr zum Geburtstag versprochen hat? Hinter solch harmlosen Fragen öffnen sich Abgründe und Berta Marse stößt ihre Leser erbarmungslos in sie hinab.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2008

Nur eine der Kurzgeschichten von Berta Marse hat Rezensent Martin Krumbholz richtig begeistert: "Erste Liebe" sticht für ihn heraus aus dem "literarischen Fast Food", das der Rezensent sonst in "Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte" vorfindet. "Sehr viel raffinierter" als in den sechs anderen Kurzgeschichten erzähle Marse in "Erste Liebe" von einer prekären Bitte, mit der sich die Mutter der attraktiven Schülerin Maite konfrontiert sieht: Der Vater eines Mitschülers bittet, die Dreizehnjährige möge doch seinem verliebten, aber todkranken Sohn nicht zuletzt noch das Herz brechen - was das konkret bedeuten soll, bleibt offen. Amüsiert lässt Rezensent Krumbholz durchblicken, dass in dieser "vertrackten" Geschichte viel getrickst wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2008

Berta Marses Erzählband "Der Tag, an dem Gabriel Nin seinen Hund im Swimming Pool ertränken wollte" hat den Rezensenten Merten Worthmann zumindest neugierig gemacht. Prinzipiell attestiert er der Debütantin, deren Geschichten immer wieder von unverhofften Enthüllungen erzählen, eine gehörige Portion dramaturgisches Talent. Allerdings kritisiert Worthmann, Marse nehme ihren Handlungen die Interpretationen zu häufig vorweg und beraube den Leser somit der Möglichkeit, diese im Verlauf der Geschichte selbst zu erfahren. Was den Rezensenten umso mehr enttäuscht, als er von den "Kernideen" der Katalanin durchaus angetan ist und in den Episoden jede Menge komische Elemente entdeckt. Dadurch entstehe zwar keine Langeweile, jedoch erreichten die Geschichten ebenso wenig den Grad an Tiefe, den sie thematisch verdienten, wie Worthmann abschließend bemerkt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2008

Kersten Knipp atmet angesichts des Kurzgeschichtenbandes von Berta Marse auf, denn wie ein Seitenhieb auf die spanische Gegenwartsliteratur zeigt, hat er unter den Erzeugnissen ihrer Kolleginnen und Kollegen in letzter Zeit arg gelitten. Anders als Ray Loriega seine verbalerotische Prosa oder Lucia Etxebarria ihre depressiven Frauengeschichten geht Berta Marse ihre Geschichten aus dem heutigen Spanien dynamisch, frisch und vor allem herrlich humorvoll an, stellt der Rezensent erfreut fest. Dass Knipp dabei nicht auf tiefsinnige Betrachtungen verzichten musste, erhöhte sein Lesevergnügen. Ihre Komik entwickeln diese Geschichten für ihn aus den inneren Widersprüchen der spanischen Gesellschaft, die zugleich in der Moderne angekommen und alten Traditionen und Denkmustern verhaftet sein will.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.03.2008

In ihrem Kurzgeschichtenband mit langem Titel "Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte" stapelt die Katalanin Berta Marse Katastrophen aufeinander und stürzt den Alltag in die absolute Desillusion, beschreibt Patricia Hecht ihren Leseeindruck. In sieben Geschichten reiße Berta Marse gekonnt und mit wohliger Perfidie Abgründe in nur scheinbar geordnete Leben. Dabei ist psychologische Einfühlung in ihre Charaktere jedoch Marses Sache nicht, bemängelt die Rezensentin. Auch mache sie es sich und ihren Lesern bisweilen unnötig schwer, indem sie ihren Text mit Erklärungen überfrachte, wo er besser für sich selbst sprechen könnte: Mehr Vertrauen in die Stärke des Textes hätte da gut getan, meint Patricia Hecht. Zumal Berta Marse ein überzeugend gehässiger Einfallsreichtum und ein großes Talent für Pointen nicht abzusprechen seien.
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