Bernhard Kegel

Tiere in der Stadt

Eine Naturgeschichte
Cover: Tiere in der Stadt
DuMont Verlag, Köln 2012
ISBN 9783832197186
Gebunden, 447 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Graureiher jagen neben einer Berliner U-Bahn-Station, Füchse dösen im Kölner Klingelpützpark in der Sonne, und vom Aussterben bedrohte Graukopf-Flughunde hängen in den Bäumen nahe der Oper von Sydney. Unübersehbar drängt die Wildnis in die Städte, ehemals scheue Tierarten werden Teil der Stadtnatur. Dabei findet sich zwischen Stein, Beton und Asphalt eine erstaunliche Vielfalt der Arten. Nirgendwo lassen sich so viele heimische Vogelarten (mehr als 150) auf so kleiner Fläche beobachten wie in Berlin schon gar nicht in der viel gerühmten, aber intensiv genutzten freien Natur. Wie ist das zu erklären? Sind unsere Städte zu Oasen aufgeblüht, während das Land ringsherum zur Agrarwüste verkommt? Was sagt diese Vielfalt über die Qualität der Lebensräume in Stadt und Land aus?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.06.2013

Ein herrliches Buch, findet Susanne Mayer in ihrer Kurzkritik. Der Autor geht ihrer Auskunft nach wirklich allen Spuren des Lebens in unserer städtischen Existenz nach: bis hin zu den Amöben in unseren Mundhöhlen und mehrer Kilo Bakterien, die jeder von uns ohnehin mitschleppt. Mayer attestiert dem Autor eine angelsächsische Hingabe an den Gegenstand, die sich mit Witz und Schwung paart. Eine eindeutige Leseempfehlung für alle mit starken Nerven.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.03.2013

Man kann nicht alles haben, lernt der Rezensent Burkhard Müller in Bernhard Kegels Buch "Tiere in der Stadt". Schwalben nisten gerne auf Baustellen, weil sie reichlich Material für ihre Nester finden, die Mauersegler lieben hingegen regelrecht Betonwüsten, genauso wie der Hausrotschwanz, der Felsgelände Grünflächen vorzieht, erklärt Müller. Auch stört man sich weniger über das Fernbleiben einiger Arten, wenn man weiß, dass sie ohnehin erst im letzten Jahrhundert angefangen hatten, die Städte zu bevölkern, findet er. Trotzdem schönen viele Städte ihre Statistiken, indem sie ihre Stadtgrenzen einfach ein wenig nach außen verschieben und so mehr 'Natur' umfassen, erfährt Müller vom Autor. Berlin, zum Bespiel, brüstet sich damit, der Großen Rohrdommel Heimstadt zu sein - Kegel deckt auf, dass sich die Stadt hierfür auf ein einziges "unverpaartes Exemplar" beruft, das in neu erschlossenem Brandenburger Gebiet entdeckt wurde. Müller empfiehlt dieses Buch allen Menschen, die mit etwas wacherem Blick das Wildleben vor der Haustür entdecken wollen, und auch für die Tiere wäre das darin enthaltene "Umerziehungsprogramm für tierische Neubürger" hilfreich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2013

Die mutigen Pioniere unter den Tieren lernt Rezensentin Christina Hucklenbroich beim Stadtökologen Bernhard Kegel kennen: Füchse, Wildschweine, Kraniche, die ihren angestammten Lebensraum verließen und in der Stadt ihr Glück versuchten. Dass Kegels Buch eine richtige Naturgeschichte wird, liegt laut Rezensentin daran, dass der Autor historisch weit ausholt, um uns das Verhältnis von Mensch und Tier in der Großstadt in all seinen Facetten zu erläutern, aber ebenso mikroskopisch den Blick senkt auf Hausstaubmilben und Bettwanzen. Laut Hucklenbroich bietet der Autor einen Grundkurs Zoologie, taucht tief in Archive ein und dokumentiert urban legends auch aus fernern Gegenden, New York oder Washington. Wenn sich die Rezensentin von alledem nicht überfordert fühlt, sondern angeregt, so liegt das, erklärt sie, an Kegels variantenreichem Stil, der sich gleich einer Kamera eines Zooms bediene und durch Raum und Zeit führe. Die Karnickel auf der Verkehrsinsel sieht Hucklenbroich von nun mit anderen Augen.
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