1 MP3-CD, 291 Minuten Laufzeit. Lesung mit Thomas Holtzmann. Alfred Brehm war kein gewöhnlicher Wissenschaftler. Anstatt tote Tiere im heimatlichen Thüringen zu sezieren, suchte er das echte Tierleben in der Ferne. Dafür reiste er vor über 150 Jahren u.a. nach Afrika, Lappland, Sibirien und Spanien. Seine Erkenntnisse schildert er anschaulich in einer zehnbändigen Enzyklopädie, die ihn schlagartig berühmt machte. Das Besondere: In "Brehms Tierleben" begegnet der Autor den Tieren wie seinen Mitmenschen, einfühlsam und aufgeschlossen. Vom Alpenpfeifhasen über den Haushund bis hin zum Leoparden liest Thomas Holtzmann eine Auswahl aus diesem Klassiker des Nature Writing.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020
Rezensent Wolfgang Schneider hat viel Freude an Alfred Brehms Ausflügen ins und Ausführungen über das Tierreich, noch mehr, wenn Thomas Holtzmann Brehm liest. Dass der Interpret sich keine ironische Distanzierung erlaubt, sondern Brehms Beglückung beim Anschauen der knabbernden Wüstenspringmaus ebenso unverfälscht wiedergibt wie seinen Abscheu angesichts des garstigen Mandrills oder der promiskuitiven Häsin, gefällt Schneider besonders. Brehms Texte sind für Schneider nicht weniger als echte Perlen "deutscher Wissenschaftsprosa", voll feiner Beobachtungen und verfasst in geschmeidigem Stil. Wenn Brehm ganz subjektiv über die Blutrünstigkeit des Maulwurfs und die obszöne Gesäß-Färbung des Mandrills abzieht, wähnt sich Schneider mitunter allerdings in einem Stück von Thomas Bernhard.
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