Zunächst war Kaiser Matthias (1612-1619) nicht für den Thron bestimmt. Doch der Unmut innerhalb des Hauses Habsburg über den Regierungsstil seines älteren Bruders, Kaiser Rudolf II. (1576-1612), hat ihn an die Spitze einer Rebellion geführt, die Franz Grillparzer in dem Drama "Bruderzwist im Hause Habsburg" literarisch verewigt hat. Nach dem unerwarteten Tode Rudolfs wurde dann Matthias für eine kurze, aber historisch bedeutsame Zeit Kaiser. Matthias versucht mit Hilfe seines Beraters, des Wiener Bischofs Melchior Kardinal Khlesl, vergeblich, die katholische und die protestantische Partei in Deutschland miteinander zu versöhnen. In den böhmischen Erblanden provozierte er durch seine starre Politik den "Prager Fenstersturz" vom 23. Mai 1618 - der große Krieg war damit unvermeidlich geworden...
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