Bela Balazs

Die Geschichte von der Logodygasse, vom Frühling, vom Tod und von der Ferne

Ausgewählte literarische Werke in Einzelbänden, Band 3
Cover: Die Geschichte von der Logodygasse, vom Frühling, vom Tod und von der Ferne
Das Arsenal Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783931109318
Broschiert, 132 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Magdalena Ochsenfeld, mit einem Nachwort von Julia Lenkei. Herausgegeben von Hanno Loewy.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2004

Dass Bela Balazs, mehr als Filmtheoretiker bekannt, auch belletristisches Talent besaß, weiß Laszlo F. Földenyi, seit er dessen großen autobiografischen Roman "Die Jugend eines Träumers" gelesen hat. Es war also an der Zeit, findet der Rezensent, auch die frühen Erzählungen Balazs' auszugraben, aus den Jahren 1908 bis 1918. Mindestens zwei "unbestreitbare Meisterwerke" sind darunter, hebt Földenyi hervor, die seines Erachtens mit den besten europäischen Novellen Anfang des 20. Jahrhunderts mithalten können. Balazs stand Maeterlinck, Hofmannsthal und Rilke nahe, erklärt Földenyi, damit stellte er sich außerhalb der ungarischen Tradtion. Einige der Novellen lesen sich wie Parodien auf die Sezessionsdekadenz jener Zeit, meint Földenyi, und auch die Fragen, die Balazs umtrieben, hätten heute eher etwas Altbackenes: die beste Liebe sei diejenige, die sich nicht verwirklichen lasse, realisierte Liebe dagegen bringe den Tod. Am besten gefallen Földenyi die Titelerzählung sowie "Mariannes Reich"; hier sei es Balasz gelungen, schreibt er, den in ihm lauernden Theoretiker zu zügeln und eine eigene Sicht der Dinge und eine eigene Sprache zu entwickeln.
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