Mit einem Nachwort von Hannes Schwenger. Der 17jährige Rolf Hellhoff (Alias des Autors) aus dem Berliner Neu-Westend, im Frühjahr 1945 eben dem Krieg und der erzwungenen Gemeinschaft in einem HJ-Lager entkommen, wird "Schlattenschammes", unentbehrliches Faktotum beim Wiederaufbau des Theaters "Tribüne". Das Theater wird ihm zur Welt, die Welt zum Theater, das ihn Hunger, Erschöpfung, Wohnungsnot, Schwarzmarkt und dumpfe Ressentiments in seiner Umgebung ignorieren lässt.Es ist "die Zeit der schönen Not" (Erich Kuby), in der diese Geschichte eines jungen Mannes zur éducation sentimentale wird. Entstanden auf autobiografischem Hintergrund um 1968, wurde dieses Zeit- und Sittenbild aus dem Nachlass ediert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2015
Rezensent Lothar Müller freut sich, dass diese Erzählung eines Autors der Flakhelfer-Generation doch noch in der deutschen Literatur angekommen ist. Benno Meyer-Wehlack, einst Drehbuchautor und Feuilletonist, schrieb sie um 1969 und erzählt darin die Geschichte eines Kriegsheimkehrers. Besonders scheint Müller die Beschränkung aufs Protokoll, auf den Blick von außen, dessen, der da ins kaputte Berlin zurückkehrt, ganz ohne mythologische oder introspektive Mätzchen, wie der Rezensent feststellt. Wie der Autor diese Rückkehr Satz für Satz nachvollzieht, mit Geschichten von toten Blockwarten und versteckten Juden und Kinoerlebnissen, ist für Müller ein Geschenk.
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