Herausgegeben und mit einem Nachwort von Hanno Loewy. Mit farbigen Illustrationen von Mariette Lydis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2005
Oliver Pfohlmann war durchaus angetan von den Märchen, die der als Filmtheoretiker berühmt gewordene Bela Balazs, ein "von Märchen Besessener", geschrieben hat. Die sechzehn "chinesischen Novellen", 1922 als "Der Mantel der Träume" erschienen, entstanden in nur drei Wochen. Sie beruhen auf grotesken Aquarellen im chinesischen Stil von Mariette Lydis, die "rätselhafte Motive voller Wehmut" zeigen, etwa einen monströs martialischen chinesischen Krieger, dessen Kampfkraft so erschütternd groß ist, dass seine Triumphe nicht Bewunderung, sondern nur Mitleid mit den Besiegten hervorrufen. Balazs bedient sich märchentypisch schlichter Mittel "wie Wiederholungen, exotische Requisiten und bizarre Details". Ergänzt werden die chinesischen Novellen in der jetzt vorliegenden Ausgabe um eine früher verfasste Märchensammlung. Unerklärlich bleibt dem Rezensenten, wieso einige der Märchen und Illustrationen der Erstausgabe in dieser Edition fehlen.
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