Rituale sind allgegenwärtig. Amtseinsetzung und Friedensschluss, Taufe, Hochzeit und Beisetzung, Denkmalsturz und Erinnerungsfeier - Ritualen kommt eine elementare, sozial strukturbildende Funktion zu. Mehr noch als für die Gegenwart gilt das für frühere Epochen. Seit die Geschichtswissenschaft im Zuge des "cultural turn" dieses Thema für sich entdeckt hat, sind immer mehr historische Phänomene durch die "ritualtheoretische Brille" betrachtet worden. Das Studienbuch gibt einen Überblick über die wichtigsten Theorien und Kontroversen der historischen Ritualforschung und die Vielzahl der rituellen Phänomene in der Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2014
Der Heidelberger Historiker Bernd Schneidmüller ist voll des Lobes für diese Arbeit, die einen festen Platz für die Ritualforschung in den Geschichtswissenschaften fordert. "Kompetent, umfassend und durchaus wertend", stelle Barbara Stollberg-Rilinger die Geschichte der Ritualforschung dar, beschreibe ihre Themen, die Kontroversen und Grenzen. Dabei zeigt sich für Schneidmüller, dass Rituale auch in der heutigen Gesellschaft noch eine große Rolle spielen, nur haben sie ihre Funktion geändert, sie sind nicht mehr auf religiöse Riten beschränkt. Diese Erkentnis erfordere aber auch, den "Antiritualismus der westlichen Moderne" neu in den Blick zu nehmen. Die Autorin, nimmt aus der Rezension mit, weist den Weg.
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