Aus dem Französischen von Till Bardoux. Kindliche tastende Küsse, jugendliche übermütige Knutschereien, erwachsene Ritual gewordene Begrüßungs-, Dankes oder Liebesküsse: In diesem schwungvollen Essay zeichnet Lacroix die Kulturgeschichte des Kusses nach. Ausgehend von so manchen eigenen Erfahrungen, folgt er der Praktik des Küssens vom antiken Rom und der griechischen Mythologie bis hin zur Hollywood-Industrie. Er zieht Theorien heran von den platonischen Kugelmenschen über die Dichter der Renaissance bis zu Sigmund Freuds psychoanalytischen Ausdeutungen. Doch so viel er auch schreibt und deutet, so gründlich er den Akt auch ausdeutet letztlich geht es doch immer um das Glück, das einen durchströmt, wenn man seine Lippen auf diejenigen des geliebten Menschen legen kann.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.03.2013
Alexandre Lacroixs Essay über das Küssen, der paradoxerweise zustande kam, als seine Frau sich über ihre mangelnde Geküsstheit beklagte und der Autor dann, statt zu küssen, eine Nacht lang seine Gedanken seinem Computer anvertraute, "mäandert angenehm", notiert Rezensent Christof Forderer, der einige neue Einsichten aus dem Büchlein zieht. Etwa die, dass Küsse nicht gar so kulturübergreifend sind, wie vielleicht gedacht. Interessant, so Forderer, auch die gendertheoretischen Anmerkungen, die den Kuss als Bühne deuten, auf der sich die Geschlechter - anders als beim penetrierenden Koitus - auf Augenhöhe begegnen. Lacroixs Führungen durch die Kunst- und Kulturgeschichte begegnet Forder unterdessen mit Vorbehalt. Er zeiht ihn einerseits der Unbekümmertheit im Umgang mit dem Material, andererseits des Kulturpessimismus: Dass der Kuss in der Kunst heute ans Ende seiner Repräsentation gelangt sei, will er dem Autor jedenfalls nicht glauben.
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