Es scheint, als habe die Trauer nach jahrzehntelanger Tabuisierung wieder Konjunktur. Davon zeugen nicht zuletzt Trauerportale, Trauerratgeber und Trauerhilfen. Stellt Trauer heute ein Problem dar, mit dem die Menschen allein oder in ihrer sozialen Umgebung nicht mehr zurechtkommen? Brauchen Trauernde professionellen Beistand, oder ist Trauer in unserer Zeit nur ein neuer Markt für innovative Produkte und Leistungen? Kulturgeschichtlich ist sie ein sehr normaler Prozess, der von vorgegebenen Verhaltensweisen und Ritualen stark bestimmt war. Heute dagegen trauert scheinbar jeder, wie er will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2012
Dem Tod seinen Ort im Leben zu geben, dabei hilft das Buch von Reiner Sörries dem Rezensenten. Dem Autor, Professor für Christliche Archäologie, gelingt in seiner Kulturgeschichte der Trauer laut Thomas Gross das Kunststück, die weitgehende Ablösung von Aberglaube und Riten durch mehr individuelle Aspekte der Trauer im 19. Jahrhundert aufzuzeigen, neue Trauerkonventionen darzustellen (Weltaidstag, Amokläufe etc.) und doch nicht der Versuchung zu erliegen, sie zu erklären. Dennoch lernt Gross viel über die Funktion der Trauer und auch über Sörries' persönliche Bevorzugung ritueller Trauerweisen, darüber, was es heißt, den Tod zu akzeptieren und Trauer zu leben, anstatt sie zu konsumieren.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…