Aus dem Englischen von Tobias Roth. Über das Ende der religiösen Vielfalt und Akzeptanz im alten Rom - eingeläutet durch das Christentum.Das alte Rom war in vielerlei Hinsicht fortschrittlich. Unzählige Götter und Religionen lebten in der Millionenstadt am Tiber nebeneinander - es war eine politische Strategie des Weltreiches, andere Kulturen und deren Rituale zu integrieren, aber auch Religionskritik und Skepsis zu akzeptieren. Wie sich das mit dem Aufkommen des Christentums änderte und wie religiöse Intoleranz und Toleranz entstanden, zeichnet Stephen Greenblatt in seinem Essay nach. Damit zeigt er auch, wie sich aus der kultischen Vielfalt der Antike eine Gesellschaft entwickelte, die auf Reinheit und Einheitlichkeit, auf Zerstörung und Zensur setzte. Vor allem die materialistische Vorstellung völlig unbeteiligter Götter erwies sich bald als etwas, das unter keinen Umständen toleriert werden konnte und dessen Träger (ob Bücher oder Menschen) vernichtet werden musste.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2020
Rezensent Roland Kany weist Stephen Greenblatt Irrtümer nach. Greenblatts Versuch, den Polytheismus der Römer hochleben zu lassen, sie von religiöser Intoleranz reinzuwaschen und letztere den Christen in die Sandalen zu schieben, scheitert, meint er. Dass die Römer einen multikulturellen Pluralismus pflegten, wie der Autor ihm weismachen will, kann Kany nicht erkennen. Die römischen Schriften, die der Autor laut Kany "missdeutet", sprechen eine andere Sprache, meint der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2019
Der Rezensent Ulrich van Loyen führt die weniger kundige Leserschaft gar nicht erst ein in die Thematik und ist schnell mit grundsätzlicher Kritik zur Hand; wer sich im Gefüge von Theologie, Geschichte und Kunst weniger auskennt, hat Mühe, ihm zu folgen. Greenblatts Versuch, das Christentum in seinem Monotheismus verantwortlich zu machen für die Zerstörung römischer Lebensart, wird jedenfalls heftig von ihm kritisiert. Das bedeutet zwar nicht, dass der Rezensent Greenblatts Versuch, römische Kunst und christliche Religion aufeinander zu beziehen, für sinnlos hielte. Aber einigermaßen apodiktisch hält er ihm entgegen, dass es die "Lehre von der Nächstenliebe" gewesen sei, aus der das "Prinzip der Toleranz" und damit die Ideen von Menschenrecht und Religionsfreiheit hervorgegangen sei, nicht aus der römischen Auffassung, jeden nach seiner Façon opfern zu lassen.
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