Barbara Bronnen

Fliegen mit gestutzten Flügeln

Die letzten Jahre der Ricarda Huch 1933-1947
Cover: Fliegen mit gestutzten Flügeln
Arche Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783716023730
Gebunden, 187 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Barbara Bronnen, die sich seit langem mit Leben und Werk Ricarda Huchs beschäftigt, folgt in ihrer Biografie den Spuren der letzten entbehrungsreichen Jahre im Leben der Historikerin und Schriftstellerin und erinnert an eine heute fast vergessene Dichterin und mutige Frau.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Andreas Dorschel ringt es durchaus Bewunderung ab, dass es Barbara Bronnen in ihrem Buch über die letzten 15 Jahre der Ricarda Huch gelingt, Beachtung für die Schriftstellerin zu erregen, obwohl ihre Werke heute kaum mehr gelesen werden. Bronnen wähle zum einen den politischen Blick auf das Leben der Schriftstellerin, die von 1933 bis zu ihrem Tod 1947 gleich zwei totalitären Regimes ausgesetzt war, erklärt der Rezensent. Gleichzeitig untersuche die Biografie aber auch das Altwerden und vielmehr noch das Alter und hier gelingt es ihr, die Leser für das "stilvoll ausgeklügelte Leben" Huchs unter den Bedingungen der Diktatur zu interessieren, lobt der Rezensent. Unpassend findet er dagegen die anachronistischen Charakterisierungen, mit denen die Autorin ihrer Protagonisten zuweilen zu Leibe rückt, sowie die einfühlende Nähe, die Bronnen manchmal zu Huch aufzubauen sucht. Mitunter sei es der Autorin aber doch gelungen, Huch in angemessenem Abstand zu begegnen, so Dorschel anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2007

Freundlich hat Beatrice Eichmann-Leutenegger dieses Buch Barbara Bronnens über die letzten Lebensjahre Ricarda Huchs aufgenommen. Sie weist darauf hin, dass die Autorin ihre Darstellung als "subjektive Annäherung" an die Schriftstellerin versteht. Bronnen gelingt es ihres Erachtens vorzüglich, voller Empathie die Stimmungen zu evozieren, in denen Huch sich in ihren letzten Jahren in widrigen politischen wie persönlichen Umständen befunden hat. Sie bescheinigt ihr, Huch als "großmütige Frau mit Witz und Charme, Zivilcourage und Freiheitsdurst" zu zeichnen. Allerdings kann sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bronnen bisweilen die "nötige Distanz" fehlt und ihr Porträt Huchs gelegentlich idealisierende Züge trägt.
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