Barbara Bronnen, die sich seit langem mit Leben und Werk Ricarda Huchs beschäftigt, folgt in ihrer Biografie den Spuren der letzten entbehrungsreichen Jahre im Leben der Historikerin und Schriftstellerin und erinnert an eine heute fast vergessene Dichterin und mutige Frau.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008
Andreas Dorschel ringt es durchaus Bewunderung ab, dass es Barbara Bronnen in ihrem Buch über die letzten 15 Jahre der Ricarda Huch gelingt, Beachtung für die Schriftstellerin zu erregen, obwohl ihre Werke heute kaum mehr gelesen werden. Bronnen wähle zum einen den politischen Blick auf das Leben der Schriftstellerin, die von 1933 bis zu ihrem Tod 1947 gleich zwei totalitären Regimes ausgesetzt war, erklärt der Rezensent. Gleichzeitig untersuche die Biografie aber auch das Altwerden und vielmehr noch das Alter und hier gelingt es ihr, die Leser für das "stilvoll ausgeklügelte Leben" Huchs unter den Bedingungen der Diktatur zu interessieren, lobt der Rezensent. Unpassend findet er dagegen die anachronistischen Charakterisierungen, mit denen die Autorin ihrer Protagonisten zuweilen zu Leibe rückt, sowie die einfühlende Nähe, die Bronnen manchmal zu Huch aufzubauen sucht. Mitunter sei es der Autorin aber doch gelungen, Huch in angemessenem Abstand zu begegnen, so Dorschel anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2007
Freundlich hat Beatrice Eichmann-Leutenegger dieses Buch Barbara Bronnens über die letzten Lebensjahre Ricarda Huchs aufgenommen. Sie weist darauf hin, dass die Autorin ihre Darstellung als "subjektive Annäherung" an die Schriftstellerin versteht. Bronnen gelingt es ihres Erachtens vorzüglich, voller Empathie die Stimmungen zu evozieren, in denen Huch sich in ihren letzten Jahren in widrigen politischen wie persönlichen Umständen befunden hat. Sie bescheinigt ihr, Huch als "großmütige Frau mit Witz und Charme, Zivilcourage und Freiheitsdurst" zu zeichnen. Allerdings kann sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bronnen bisweilen die "nötige Distanz" fehlt und ihr Porträt Huchs gelegentlich idealisierende Züge trägt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…