Mit zahlreichen Abbildungen. Vincent Klink weiß es aus eigener Erfahrung: Ein Festmahl erfordert großes Geschick - von der Tischordnung über die Auswahl und Zubereitung der Speisen bis hin zur hohen Kunst der Konversation. Doch woher stammt eigentlich dieser festgeschriebene Kodex "gastronomischen Anstands"?
Natürlich aus Frankreich, genauer: aus der Feder von Balthazar Grimod de la Reynière (1758-1837), Gourmand der ersten Stunde und Begründer der Gastronomiekritik. In eine wohlhabende Pariser Familie geboren, widmete er sein Leben den Gaumenfreuden der französischen Küche: Er verfasste Regelwerke für Gastgeber und Gäste, bewertete Nahrungsmittel und rezensierte Rezepte - mit scharfer Zunge, köstlichem Humor und hinreißendem Esprit. Nicht selten werden seine Kommentare zum kulinarischen Leben zu Aussagen über die gesellschaftlichen Umwälzungen nach der Revolution. Mag der Aristokrat auch vielen alten Sitten nachtrauern, ist er doch Verfechter eines wohltemperierten Fortschritts: "Die Tafel macht uns alle gleich."
Dieser Band versammelt die wichtigsten Schriften des ersten modernen Feinschmeckers. Präsentiert werden sie von Vincent Klink, der in Grimod einen "Bruder im Geiste" und maßgeblichen Wegbereiter seiner eigenen Zunft sieht. Klink tritt zudem in einen genussvollen Dialog mit seinem französischen Vorgänger: Neben einer Einführung in dessen Leben und Wirken interpretiert er die Rezepte der alten Cuisine française und serviert sie in neuen Variationen: zum Nachkochen und Genießen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2016
Rezensent Jakob Strobel Y Serra ahnt schon, dass Feinschmecker länger leben. Mit Grimod de la Reyniere und seinem Bruder im Geiste, Vincent Klink, durchschlendert er die Jahreszeiten und verhöhnt Vegetarier, Flexitarier und dergleichen mehr mit kulinarischen Wollüstigkeiten, die der "epikureische Gourmand" und Küchenphilosoph Grimod, vermittelt durch Klink, ihm auftischt. Von der Sitzordnung bis zur Beleuchtung reicht laut Rezensent der Leitfaden des Feinschmeckers, und ist beileibe nicht nur von historischem Interesse, wie wir erfahren.
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