Martin Geck

Mozart

Eine Biografie
Cover: Mozart
Rowohlt Verlag, Reinbek 2005
ISBN 9783498024925
Gebunden, 479 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von F.W. Bernstein. Auf faszinierende Weise erzählt Martin Geck die Lebensgeschichte des leidenschaftlichen Weltkinds und begnadeten Künstlers Wolfgang Amadeus Mozart. Der Musikwissenschaftler und Literaturpreisträger betet nicht die sattsam bekannten Legenden vom übermächtigen Vater, der flatterhaften Gattin, einem von Spielschulden erdrückten Komponisten und seinen dubiosen Todesumständen nach. Vielmehr entwirft er ein an Quellen und Selbstzeugnissen orientiertes, gleichwohl facettenreiches Porträt dieses in größter Freiheit und doch nach höherer Ordnung komponierenden Genies. Die bei aller Seriosität mit leichter Hand geschriebene Biographie wartet mit einer prägnanten kulturhistorischen These auf: Statt Mozarts Musik auf das Ideal klassizistischer Schönheit einzuschwören oder im Gegenzug romantisch einzudunkeln, gilt es ihren harlequinesken Hintergrund aufzuspüren. Vor ihm erscheint Mozarts Originalität in neuem Licht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.06.2006

Sympathie bekundet Rezensent Hans-Klaus Jungheinrich für diese Annäherung an Wolfgang Amadeus Mozart, die der Dortmunder Professor Martin Geck gewagt hat. Das Besondere daran ist für Jungheinrich der dekonstruktivistische Ansatz. Gecks Anliegen sieht er in dem Versuch, die Vorurteile, die sich über Mozart im Laufe der Jahrhunderte ausgebildet haben, zu revidieren. Dafür gibt es auch gute Gründe, scheinen die Gewissheiten, die die meisten Mozart-Bilder transportieren, doch nicht haltbar. Das belegt Geck nach Ansicht Jungheinrichs mittels eines präzisen und umfangreichen Studiums der Quellen. Ergebnis der Anstrengungen sei kein neuer, endgültig wahrer Mozart, sondern vielmehr die Gewissheit, dass bei Mozart nichts gesichert ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2006

Da capo! Martin Geck habe eines der "schönsten und klügsten Mozart-Bücher seit langem" verfasst, jubelt Wolfram Goertz. Hinter dem nicht sehr einfallsreichen Titel, der wahrlich "keine Leimrute" sei, verberge sich eine "unerhört faktenreiche, wissenschaftlich aktuelle und tiefsinnige" Betrachtung des Komponisten, versichert Goertz. Geck betrachtet nicht nur das Leben, sondern auch Ästhetik und Werk Mozarts. Dass der Autor sich Leibniz' These des Harlekins bedient, findet Geck ebenso "originell wie zulässig". Gut gefällt dem Rezensenten auch, dass der Autor nie dem "aufklärerisch sich dünkelnden Raunen" anheimfällt, dass in der Mozart-Exegese ansonsten vorherrsche. Und die Gedanken zu Mozarts Fähigkeit zur Gleichzeitigkeit beim Komponieren findet Goertz nicht weniger als "verblüffend".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.01.2006

Tim Gorbauch spricht bei seiner Vorstellung verschiedener Mozart-Neuerscheinungen eine Reihe von Büchern an, genauer geht er auf Martin Gecks Buch "Mozart" ein, das er ebenso "klug wie eigenwillig" findet. Mit Erleichterung registriert der Rezensent, dass Geck trotz seiner subjektiven Annäherung an Mozart nie seinen Gegenstand aus den Augen verliert. "Ohne jede Verzerrung und ohne alle Legenden" komme Geck dabei aus, auch wenn das Staunen über das "Unerklärliche der Kunst" durchaus seinen Raum behält. Als außergewöhnlich preist Gorbauch jedoch die "erzählerische Kraft", die Geck in diese Biografie gesteckt hat, die laut Gorbauch mit Illustrationen von F.W. Bernstein und einer "überaus eigensinnigen" Diskografie abgerundet wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2005

Zu einem gemischten Urteil über diese sich mit Mozarts Werk und Leben befassenden Biografie kommt der Rezensent mit dem Kürzel "mau". Zwar ist der Rezensent angetan davon, wie ausführlich sich Martin Geck mit den Kompositionen beschäftigt. Doch im Detail stört er sich beispielsweise daran, dass die Kirchenmusik, die Mozart geschrieben hat, im Vergleich zu seinen anderen Werken etwas zu kurz kommt und "nicht so tiefgreifend" behandelt wird, wie sie es verdient hätte. Trotzdem leistet die Biografie einiges, denn sie stellt "Zusammenhänge zwischen Leben und Werk auf einigermaßen fundierter Faktenbasis her, angereichert mit Anekdoten".

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