Klappentext

Herausgegeben von Gabriele Radeck. Im Mai 1819 brach August von Goethe mit seiner Frau nach Preußen und Sachsen auf. Erst jetzt, 188 Jahre später, erscheint sein Tagebuch mit vielen, teils unveröffentlichten, Briefen aus seinem Umfeld. Es ist wie ein großer fortgesetzter Brief an den Vater in vielerlei Spiegelungen. Mit unveröffentlichten Briefen von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer, Graf Brühl und anderen. Täglich führt der Sohn Tagebuch, so wie es der Vater will. Aufmerksam notiert er die Erlebnisse seiner Reise nach Potsdam, Berlin, Dessau, Dresden, Leipzig und in die Sächsische Schweiz. Der Aufenthalt des berühmten Paares in der preußischen Hauptstadt wird ein gesellschaftliches Ereignis: August und Ottilie besuchen die Theater und Balletts, werden bei Hofe eingeführt und von der politischen und künstlerischen Prominenz empfangen. In den Tagebuchtext eingefügt sind Augusts Briefe an den Vater und dessen Antworten sowie Ottilies Korrespondenz mit der Mutter und den Freunden - eine bedeutsame Stimmencollage, in der Szenen einer spannungsreichen Ehe und einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung aufscheinen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2007

Mindestens zweifach gefällt Rezensent Hans-Jürgen Schings dieser Band von Gabriele Radecke über August und Ottilie von Goethes Berlinreise: Als "schön illustrierter" und "kundigst kommentierter" Beitrag zur Familiengeschichte der Goethes. Und als spannender kulturhistorischer Führer durch das Berlin um 1819. Schings lobt die philologische Gründlichkeit, mit der die Autorin die entsprechenden Reisetagebücher August von Goethes erstmalig komplett präsentiert, und findet die Menge und Vielfalt der dargebotenen Zeugnisse "reizvoll". Das "bunte Bild" von Berlin, das die Dokumente heraufbeschwören, scheint ihm zu gefallen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.07.2007

Gustav Seibt freut sich, dass nun auch August von Goethes Tagebuchaufzeichnungen und Briefe von seiner 1819 mit seiner Frau Ottilie unternommenen Reise nach Berlin und Dresden publiziert worden sind. August, der lebenslang und bis heute immer nur als Sohn seines Vaters wahrgenommen wurde, wird auch auf dieser Reise vor allem als Abkömmling und Gesandter Goethes hofiert, stellt der Rezensent fest, Daneben aber erfahre man viel über das Berliner Leben der Zeit, vor allem über die kulturellen Veranstaltungen, die das Ehepaar besuchte, und zudem stellt sich August auch als kunsthistorischer Kenner heraus, so Seibt interessiert. Den Kommentar von Gabriele Radecke, die den Band herausgegeben hat, lobt er insgesamt als Bereicherung, auch wenn er ihm eine rätselhafte Briefstelle über General Gneisenau nicht auflöst, wie er ein wenig bedauert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2007

Ganz hübsch, aber offensichtlich nicht sehr weltbewegend findet Rezensent Manfred Koch dieses Reisetagebuch des einzigen Goethe-Sohns, das die Herausgeberin seinen Informationen mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen der mitreisenden Mutter Ottilie unterschnitten hat. Zu offensichtlich schreibt der Sohn am "geistigen Gängelband" des Vaters, zu treulich wird diesem vom Sohn Bericht über diese Reise nach Preußen erstattet. Es fehlt dem Rezensenten deutlich an Eigenem, was Koch doch zu diskreten Anzeichen der Bestürzung Anlass gibt. Lediglich die kapriziösen Auslassungen vom Mama Ottilie sorgen wohl für etwas Pepp. Trotzdem schimmert zwischen den Zeilen einiges Mitgefühl für den Goethe-Sohn und dessen frühen Alkoholiker-Tod mit. Man ahnt: wirklich interessant ist das Buch eher durch das, was nicht darin steht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2007

Ganz hübsch, aber offensichtlich nicht sehr weltbewegend findet Rezensent Manfred Koch dieses Reisetagebuch des einzigen Goethe-Sohns, das die Herausgeberin seinen Informationen mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen der mitreisenden Mutter Ottilie unterschnitten hat. Zu offensichtlich schreibt der Sohn am "geistigen Gängelband" des Vaters, zu treulich wird diesem vom Sohn Bericht über diese Reise nach Preußen erstattet. Es fehlt dem Rezensenten deutlich an Eigenem, was Koch doch zu diskreten Anzeichen der Bestürzung Anlass gibt. Lediglich die kapriziösen Auslassungen von Mama Ottilie sorgen wohl für etwas Pepp. Trotzdem schimmert zwischen den Zeilen einiges Mitgefühl für den Goethe-Sohn und dessen frühen Alkoholiker-Tod mit. Man ahnt: wirklich interessant ist das Buch eher durch das, was nicht darin steht.