"Neieiein! Das stimmt doch gar nicht!" - Nichts finden kleine Kinder lustiger und spannender als Lügen zu entlarven, die die Erwachsenen ihnen auftischen. Manchmal dauert dies ein bisschen, denn sie müssen erst nachdenken, ob das stimmt, was man ihnen sagt und zeigt. Denn über das Falsche lernen sie, wie die Welt richtig ist. Die großen Tiere jagen die kleinen und nicht umgekehrt, der Hund soll dem Herrchen oder Frauchen gehorchen und nicht umgekehrt, die Reichen sollen den Armen abgeben und nicht umgekehrt.
Rezensent Jens Thiele braucht nicht lange, um seine Begeisterung und Freude über die laute und schillernde Bilderwelt, die der Comiczeichner und Animationsfilmer Atak in seinem neuesten Buch präsentiert, kundzutun. Die Abbildungen versuchen durch "lustvolles Verdrehen" die normalen Konventionen auf den Kopf zu stellen, informiert Thiele. Egal ob die Feuerwehr einen Wasserschaden mit Flammenwerfern löscht, das Baby die Mutter füttert oder eine Maus drei Katzen jagt, alles ist "expressiv, naiv" und gespickt mit humorvollen Situationen. Auch wenn diese verkehrte Welt nichts Neues sei, war sie dennoch selten so ansprechend, applaudiert Thiele dem Comiczeichner. Dabei fühlt sich der Rezensent durch Atak aufgefordert über die Aussagekraft von Bildern nachzudenken und, vor allem, zu lachen, denn "Absurditäten machen Spaß" urteilt der Rezensent abschließend sehr positiv.
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