Aus dem Norwegischen von Frank Zuber und Franziska Hüther. Zwanzig Jahre nach ihrem internationalen Bestseller "Der Buchhändler aus Kabul" kehrt Åsne Seierstad nach Afghanistan zurück. Sie erzählt die Geschichten derer, die vor den Taliban geflohen sind, und derer, die zurückblieben. Von Jamila, die sich Schul- und Universitätsbesuch erstreitet und als gläubige Muslima für die Rechte der Frauen einsetzt. Von Bashir, der von zu Hause wegläuft, um sich den Taliban anzuschließen und im Heiligen Krieg zu kämpfen. Und von Ariana, die geboren wurde, als westliche Truppen in das Land einmarschierten, nach der Machtübernahme der Taliban zwangsverheiratet wurde und die Hoffnung nicht aufgibt, mit ihrem Jurastudium die Gesellschaft zu verändern. Das Buch ist ein intimes Porträt dreier Menschen, die unterschiedliche Wege gehen, ihrer Familien, Freunde und Bekannten - und die Geschichte eines Landes im Krieg.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.11.2023
Rezensentin Susanne Billig empfiehlt dringend das neue Buch der norwegischen Autorin Asne Seierstad, die uns einmal mehr nach Afghanistan führt. Wir folgen hier den Afghaninnen Jamila und Ariana - und dem Talibankämpfer Bashir: Die Auswahl ist für die Kritikerin ein Glücksfall. Denn sie liest hier nicht von den beiden Frauen, der gelähmten Jamila und der mit den Möglichkeiten von Bildung und demokratischen Rechten aufgewachsenen Ariana, die versuchen, mit der erneuten Machtergreifung der Taliban zurecht zu kommen. Auch Bashirs Geschichte ist für das Buch ein Gewinn, so Billig, die hier erfährt, dass das Leben der Taliban-Kämpfer im Wesentlichen aus "beten, viel warten, frieren, hungern, kämpfen und töten" besteht. Einfühlungsvermögen und der Verzicht auf Paternalismus machen dieses Buch für die Rezensentin zu einem eindringlichen Dokument über die Kluft zwischen Freiheitsbestrebungen und Traditionalismus.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…