.Afghanistans Geschichte ist eine Abfolge von Kriegen und Gewalt. Immer wieder wollten ausländische Mächte das Land wegen seiner strategischen Lage zwischen großen Kulturkreisen als Pufferzone ihrer Einflusssphäre einverleiben. Seit Alexander dem Großen erlebten die fremden Eroberer jedoch, dass sie das Land zwar rasch besetzen können. Noch nie ist es einer Macht aber gelungen, sich dauerhaft gegen den Freiheitswillen der Afghanen festzusetzen. Die Afghanen waren sich immer nur im Kampf gegen die Eindringlinge einig, und gescheitert sind alle Versuche, das Land nach fremden Vorbildern zu modernisieren. Als Objekt der Begierde fremder Mächte und aufgrund der inneren Zerrissenheit hat sich das Land am Hindukusch nie entwickelt und ist vor allem in den ländlichen Gebieten rückständig geblieben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2022
In ihrer Mehrfach-Besprechung zu aktueller Afghanistan-Literatur stellt die Anglistin Jasamin Ulfat-Seddiqzai auch den Band des FAZ-Korrespondenten Rainer Hermann vor, der sie allerdings nicht überzeugt. Hermann bezweifelt, dass es im Afghanistan-Krieg jemals um Nation-Building gegangen sei, weswegen auch nicht der Westen gescheitert sei, sondern die afghanische Regierung. Diese These könne Hermann nur verfolgen, weil er etwa Enthüllungen wie die "Afghanistan Papers" nicht berücksichtige, meint Ulfat-Seddiqzai, die auch nicht glaubt, dass sich die Taliban durch Kooperation und an Bedingungen geknüpfte Finanzhilfen "zur Vernunft" bringen lassen.
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