Arthur Koestler

Der Sklavenkrieg

Roman: Nach dem deutschen Originalmanuskript
Cover: Der Sklavenkrieg
Elsinor Verlag, Coesfeld 2021
ISBN 9783942788601
Gebunden, 392 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Koestlers Roman - bislang nur in einer Rückübersetzung aus dem Englischen ("Die Gladiatoren") bekannt - erzählt die Geschichte des dritten römischen Sklavenaufstands unter dem legendären Anführer Spartacus. Eine Gruppe ausgebildeter Kämpfer und "Fechter" flieht aus der Gladiatorenschule der Stadt Capua - und wächst zu einer regelrechten Armee heran, der sich immer mehr Hirten, Handwerker und Unfreie anschließen, ein riesiges "Proletariat" der Antike. Nach zunächst eindrucksvollen militärischen Erfolgen gründet Spartacus ein frühkommunistisches Gemeinwesen, den "Sonnenstaat", scheitert aber schließlich - und unterliegt, nach Verrat und Intrigen, mit seiner verbliebenen Sklavenarmee dem überlegenen römischen Heer. In seinem ersten großen Roman, der 1939 in englischer Übersetzung veröffentlicht wurde, deutet Koestler die historischen Ereignisse im Licht der Revolutionen des 20. Jahrhunderts: Im antiken Sklavenaufstand spiegelt sich die russische Oktoberrevolution. Koestlers Spartacus-Roman ist neben aller Spannung der Handlung vor allem ein Werk der politischen Literatur - dem unmittelbar darauf und quasi als Fortsetzung "Sonnenfinsternis" folgte, jener Roman, der den Weltruhm des Autors begründete. Das deutsche Originalmanuskript galt jahrzehntelang als verloren und wird hier erstmals veröffentlicht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.2021

Aus mehreren Gründen schätzt der hier rezensierende Schuspieler und Kabarettist Ilja Richter die Relektüre von Arthur Koestlers 1939 erschienenem und nun neuaufgelegtem Buch über Spartakus, das zwar nicht so brisant wie "Sonnenfinsternis", aber auch kein "altväterlicher Historienschinken" sei. So findet Richter sogar einige amüsante Stellen, etwa wenn die Wache vor dem Lager der Sklavenkrieger gar nicht versteht, was der Schriftsteller Vulinus an der Dokumentation der Feldzüge so interessant findet. Abseits von Komik schätzt der Kritiker, dass Koestler wie in seinen anderen Werken auch hier kritische "Haltung" einnehme (die ihm wohl das Engagement als Drehbuchautor der Hollywood-Adaption verbaute, überlegt Richter) und dem Sklavenanführer auf "mitreißende" Weise den Platz einräume, der ihm von den römischen Chronisten versagt worden sei. Schließlich lässt Richter sich von Koestlers Roman auch zur Reflexion über aktuelle Sklavenverhältnisse im Kapitalismus anregen (Stichwort: Pizzabote) - auch hier bleibt, wie bei Spartakus, die Revolution (noch) aus, schließt er.