J.R.R. Tolkien

Die Geschichte von Kullervo

Roman
Cover: Die Geschichte von Kullervo
Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2018
ISBN 9783608960907
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Kalka. Kullervo ist ein Waisenknabe mit übernatürlichen Kräften und einem tragischen Schicksal. Er wächst bei seinem Onkel, dem dunklen Magier Untamo, auf. Jener hatte seinen Vater umgebracht, seine Mutter entführt und Kullervo selbst, als er noch ein Junge war, dreimal zu töten versucht. Diese Geschichte wurde noch nie in anderen Tolkien-Ausgaben veröffentlicht. Kullervo hat niemanden mehr außer seiner Zwillingsschwester Wanona, die ihn liebt, und dem schwarzen Hund Musti, der ihn mit seinen magischen Fähigkeiten beschützt. Als er in die Sklaverei verkauft wird, schwört er, dass er sich an seinem Onkel rächen wird. Doch muss er lernen, dass es vor dem grausamsten aller Schicksale kein Entkommen gibt. Die auf der finnischen Kalevala-Sage basierende Geschichte ist nicht nur das erste Dokument von Tolkiens Erzählkunst, sondern ein wichtiger Bestandteil der Legenden des Ersten Zeitalters von Mittelerde.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 09.02.2018

Vierzig Jahre lang graben sich die Tolkien-Forscher nun schon durch den unüberschaubaren Nachlass des Mythen-Erfinders und immer noch fördern sie dann und wann eine neue, noch unbekannte Erzählung zu Tage, weiß Rezensent Wieland Freund. Die Fragment gebliebene "Geschichte von Kullervo" allerdings dürfte wohl wenn nicht die, so doch eine der letzten Geschichten sein, die postum erscheinen und ganz sicher der letzte und damit der erste, der Grundbaustein von Tolkiens Mittelerde-Saga. 20 Jahre war er jung, als er begann die finnische Legende von Kalevala neu zu übersetzen und mit seinen eigenen Einfällen aufzufüllen und umzuformen, so der staunende Rezensent. Seine Hauptfigur mit dem Namen Kullervo wird später zu Turin Turambar, einer zentralen Figur aus der Geschichte von Mittelerde werden, erklärt Freund, der auf ein Urteil verzichtet, vermutlich, weil es sich bei einem Helden wie Tolkien einfach nicht geziemt, und die Qualität sowieso außer Frage steht.