Antonio Skarmeta

Das Mädchen mit der Posaune

Roman
Cover: Das Mädchen mit der Posaune
Piper Verlag, München 2002
ISBN 9783492044318
Gebunden, 336 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem chilenischen Spanisch übersetzt von Willi Zerbrüggen. "Das erste, was dich die Leute fragen, ist, wie deine Eltern heißen. Und wenn du ihre Namen nicht weißt, dann sagen sie, du Ärmste, so ein reizendes Ding, und so blaue Augen, und alles." Magdalena ist Vollwaise, denn ihre Eltern sind von den Nazis umgebracht worden. Irgendwie landet sie an einem Dezembertag im Jahre 1944 in Begleitung eines Posaunisten in der chilenischen Stadt Antofagasta. Hier wird sie liebevoll aufgenommen von Stefano Coppeta, dem Besitzer eines kleinen Gemischtwarenladens. Sie wächst zu einer schönen, aufgeweckten jungen Frau heran, voller Träume und Phantasie. Und ihr größter Traum, der heißt: Amerika. Dort will sie hin, nach New York, wo die Menschen ihr Glück finden. Und dann lernt sie in Santiago Pedro Pablo kennen, der von demselben Wunsch beseelt ist...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2002

Es handelt sich hierbei, so erläutert der Rezensent Markus Reiter, um den zweiten Band einer Romantrilogie, die Skarmeta vor einigen Jahren mit "Die Hochzeit des Dichters" eröffnete. Der Hinweis ist bedeutend, denn laut Reiter lässt sich der zweite Band ohne den ersten kaum verstehen - zahlreiche Personen aus dem ersten Band tauchen im zweiten Band wieder auf, ihre Vorgeschichten scheinen vorausgesetzt. Reiter bedauert in seinen Hinweisen auf die Geschichte des Projekts, dass der zweite Band aber schon seit einiger Zeit fertiggestellt zu sein scheint, denn Skarmeta habe kritische Anmerkungen zum ersten Band leider im zweiten Band nicht wirksam werden lassen: Reiter wirft dem Autor vor allem "eine gewisse Zerfaserung der Geschichte" vor. Allerdings heißt dies keineswegs, dass Reiter die Geschichte eines mit ihrem Großvater aus Europa nach Chile emigrierten Mädchens nicht zu schätzen weiß. Die Geschichte spielt nach Reiters Skizze des Inhalts vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und der Judenverfolgung und endet zum Zeitpunkt der Wahl Salvador Allendes im Jahr 1970. Das Mädchen, das so gut wie nichts über seine Herkunft weiß, träumt davon, von Chile weiter nach New York zu emigrieren. Aber in Chile wird sie sich zum ersten Mal verlieben. Reiter gibt am Ende zu, trotz der oben genannten Schwächen des Romans, Skarmetas Fabulierlust erlegen zu sein und mit Ungeduld auf den Fortgang der Geschichte zu warten.