Aus dem Spanischen von Susanne Lange. In diesem Buch wird zurückgeschaut: auf die allerletzte Zigarette, den ersten eigenen Computer, auf Rückeroberungsversuche, hirnverbrannte Jobs, die Schule. Von liebenden, lügenden, kriminellen Männern, die die Paraderollen versäumt haben, die niemand Papa nennt, Chef oder Schatz. In einem Chile, für dessen Heldengeschichten sie zu allem Überfluss auch noch zu spät kamen. Ihre elf Stories finden sich in diesem Buch, jede ein Ferngespräch mit der eigenen Vergangenheit und eine Suche nach der Zeit, als Ängste wie Träume maßlos und unbegründet waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Christian Metz sieht in Alejandro Zambra einen herausragenden Erzähler in den Fußstapfen Roberto Bolanos. Dass Zambra die Spuren Bolanos noch weitet, stellt er beim Lesen der Erzählungen fest, die allesamt um die Lüge kreisen, wie Metz erklärt. Komisch, traurig und zärtlich nennt er, wie der chilenische Autor Fiktion und eigenes Erleben mit der jüngeren chilenischen Geschichte anreichert, mit dem Strukturwandel nach Pinochet, Erdbebenangst und Fußball. Metz erinnert dieses lakonische Erzählen mit seinem Sinn für gut getimte Dialoge und seiner Wärme den Figuren gegenüber auch an Pierre Michon und Natalia Ginzburg.
Knapp, aber hymnisch bespricht David Hugendick Alejandro Zambras neuen Erzählband "Ferngespräch". Der chilenische Schriftsteller ist für den Kritiker spätestens seit dessen Kurzroman "Bonsai" ohnehin der Meister der Kurzform. In den nun auf Deutsch vorliegenden elf Erzählungen beweist Zambra erneut sein außergewöhnliches Stilgefühl, lobt der Rezensent, der dem Autor eine Sprache von geradezu "kalligrafischer Feinheit" attestiert.
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