Aus dem Hebräischen von Tuvia Rübner. Anton Pincas ist ein Dichter des meditteranen Raumes. Gut vertraut mit der klassischen Dichtung, hat er sich bewusst dem Meer zugewandt und betrachtet Israel als ein Land des alten Mare Nostrum, der abendländischen, jüdisch-christlichen Kultur. Er ist ein Beobachtender und ein Erinnernder, der in seinen Texten das Wesen der Zeit heraufbeschwört: Als Kristallisation der Innerlichkeit ist die Zeit bei Pincas ein Synonym für die Erinnerung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2012
Subtil und ergreifend schön findet Beate Tröger die hier in Auswahl und Übersetzung von Tuvia Rübner vorliegenden, laut Tröger in abendländischer Tradition stehenden, Gedichte von Anton Pincas. Besonders gefallen hat der Rezensentin, dass diese Lyrik "ohne hermetisches Raunen" auskommt und Trost zu spenden in der Lage ist, indem sie Zeit in eine größere Dimension überführt. Weit auseinanderliegende Ereignisse und Gestalten sieht Tröger miteinander ins Gespräch treten. So führt das autobiografische Erlebnis früher Filmerfahrung im Zusammenhang mit der Nachricht vom Tod der einst vererhrten Schauspielerin zu einer unverhofften Kommunion von Vergangenheit und Gegenwart, Wunsch und Wirklichkeit, Sterblichkeit und Unsterblichkeit: "Solche Menschen leben tausend Jahre. / Mehr als eine ganze Generation ist das jetzt her und auch ich bin / kein Junge mehr. Von ihrem plötzlichen Tod las ich zufällig in der Zeitung, / Ihretwegen, glaube ich, fiel ich bei der Literaturprüfung durch."
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