Aus dem Persischen von Ali Abdollahi und Kurt Scharf. "Ein Dieb im Dunkeln starrt auf ein Gemälde" vereint eine Auswahl an Gedichten der wichtigsten zeitgenössischen persischsprachigen Dichter aus aller Welt im 21. Jahrhundert. "Ein Dieb im Dunkeln starrt auf ein Gemälde" enthält nicht nur Gedichte iranischer Lyriker*innen, sondern macht es sich zur Aufgabe, die grenzübergreifende Funktion einer literarischen lingua franca, die dem Persischen seit jeher zukommt, in den ausgewählten Gedichten wiederzugeben. In diesem Sinne sind darin nicht nur iranische Autor*innen vertreten, sondern sind auch die Gedichte tadschikischer und afghanischer Lyriker*innen sowie jene von Luftwurzelliterat*innen, die auf Persisch schreiben, umfasst.
Rezensentin Elisabeth Kiderlen empfiehlt die von Kurt Scharf und Ali Abdollahi herausgegebene Anthologie persischer Lyrik aus dem 21. Jahrhundert. Zu lesen ist laut Rezensentin etwa, wie Dichter das Tödliche (in Gestalt von Minenfeld und MG) und das Schöne und Heitere (einer Biene auf Honigsuche) im Gedicht vereinen, wie sich der kulturelle Aufbruch von vor 1979 in zwischen Tradition und Moderne changierenden Texten niederschlägt oder wie sich Dichterinnen das männlich dominierte Feld der Lyrik nach der Revolution Stück für Stück erobern. Wie lebendig die Diaspora im Exil lebender Dichterinnen und Dichter inzwischen ist, lassen die enthaltenen Texte gleichfalls ermessen, verspricht Kiderlen. Verse von Sohrab Sepehri und Ahmad Schamlu erinnern die Rezensentin an die goldene Ära iranischer Lyrik vor 1979.
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