Antje Vollmer und Hans-Eckardt Wenzel haben sich über einen längeren Zeitraum alle Fassbinder-Filme zusammen angesehen und sich in Form von Briefen darüber ausgetauscht. "Als uns die Fassbinder Foundation und ihre Leiterin, Juliane Lorenz, die Möglichkeit eröffneten, das komplette Werk des Film- und Theater-Regisseurs Rainer Werner Fassbinder anzuschauen, sahen wir eine Möglichkeit, unseren Dialog fortzuführen, (...) Die Kunst eröffnet genauere Blicke. Sie ist auf innige Weise mit dem Leben der Menschen im Bunde. (...) Wir haben also keine Monografie, keine Werkanalyse verfasst, sondern das Protokoll einer Begegnung im dunklen Kinosaal beim Anschauen vieler Filme, die uns in eine untergegangene Welt entführten und doch so weit in die Gegenwart hineinreichen." Antje Vollmer, Hans-Eckardt Wenzel (aus dem Vorwort)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.05.2015
Zum 70. Geburtstag Rainer Werner Fassbinders mehren sich die Buchveröffentlichungen. Wurde der Filmemacher zu Lebzeiten in erster Linie als Zeitgenosse wahrgenommen, weicht diese Perspektive mit heutiger Distanz einer biografisch umfassenderen, beobachtet Rezensent Harald Jähner. Aufschlussreich findet er dabei auch den Briefwechsel zwischen der Grünen-Politikerin Antje Vollmer und dem in der DDR aufgewachsenen Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel. Beide verständigen sich über das Bild der alten Bundesrepublik in den mehr als 40 Fassbinder-Filmen, die die beiden Autoren sich allesamt angesehen haben. Wenzels Ost-Perspektive stellt für Jähner dabei eine immense Bereicherung dar: Im Mangel an Landschaftsbildern in Fassbinders Filmen erkennt er eine spezifische Tristesse des BRD-Bürgers, den, ganz im Gegensatz zum DDR-Bürger, kein Paradies jenseits der Grenzen locke, in das man auswandern könne.
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