Annemarie Seidel, Carl Zuckmayer

Carl Zuckmayer / Annemarie Seidel: Briefwechsel

Cover: Carl Zuckmayer / Annemarie Seidel: Briefwechsel
Wallstein Verlag, Göttingen 2003
ISBN 9783892446460
Gebunden, 328 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Carl Zuckmayer stand mit zahlreichen namhaften Schriftstellern, Schauspielern und Regisseuren in Verbindung. Einen seiner schönsten Briefwechsel führte er jedoch von 1922 bis 1958 mit einer Frau, die sich in den Anfangsjahren der Weimarer Republik als Schauspielerin einen Namen machte: mit Annemarie Seidel (1895-1959). Obwohl in dieser Korrespondenz eine tiefe gegenseitige Zuneigung zum Ausdruck kommt, handelt es sich nicht um Liebesbriefe. Der Briefwechsel setzt erst nach der Trennung der beiden ein. Bis 1950 bleiben sie in regelmäßiger Verbindung. Von 1935 an war Annemarie Seidel die Ehefrau Peter Suhrkamps, der im S. Fischer Verlag auch die Werke Zuckmayers betreute.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2004

Steffen Martus hat den Briefwechsel zwischen Carl Zuckmayer und Annemarie Seidel, die zwischen 1920 und 1922 ein Paar waren und sich dann in lebenslanger Freundschaft verbunden blieben, als spezifisches Dokument einer Nachkriegsgeneration gelesen. Während die Briefe zunächst eine "amour fou" abbilden, kristallisiert sich in den folgenden Jahren ein Gedankenmodell des "in der Niederlage verborgenen Sieges" heraus, das sich direkt aus den Erfahrung des Ersten Weltkriegs entwickelt hat, erklärt der Rezensent angetan. Für ihn bildet sich damit in diesem Korrespondenzband nicht allein eine "große Freundschaft" ab, sondern dokumentiert neben dem "Kulturleben der zwanziger, dreißiger Jahre" zugleich auch ein Stück "Mentalitäts- und Geistesgeschichte". Der Rezensent lobt auch das "aufschlussreiche Vorwort" und den Kommentar von Herausgeber Gunther Nickel, ohne jedoch weiter darauf einzugehen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2003

Joachim Kalka zeigt sich erfreut vom Briefwechsel zwischen Carl Zuckmayer und der Schauspielerin Annemarie Seidel, die Anfang der Zwanziger eine Weile in Berlin zusammenlebten, sich dann aber in "herzlichem Einvernehmen" trennten. Nach wenigen Briefen kurz nach dem Auseinandergehen verteilt sich das erste größere erhaltene Konvolut auf das Jahrzehnt 1930 bis 1940, wobei Zuckmayers Stationen im Exil thematischer Schwerpunkt sind, berichtet Kalka. Nach einer Lücke setzt sich der Briefwechsel mit einer "sehr dichten und detailbunten Schilderung" der Nachkriegsjahre 1945 bis 1954 fort, so Kalka, bevor wenige kurze Schreiben aus den letzten Lebensjahren von Annemarie Seidel schließen die Reihe abschließen. Kalka hebt hervor, dass der Briefwechsel manche "aufschlussreichen Details zur Sozial- und Literaturgeschichte" bietet, etwa Annemaries Schilderungen vom Schicksal des Verlags S. Fischer. Neben den obligatorischen Versuchen, "sich einen Reim auf die Historie zu machen", enthält der Band nach Auskunft Kalkas auch "viele private Details", die sich oft durch einen "großen selbstironischen Reiz" auszeichneten.
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