Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann. Winter auf der beschaulichen Schäreninsel Smögen. Ein Forschungsschiff läuft in den Hafen der Insel ein. An Bord ist der bekannte Meeresbiologe Kaj Malmberg, der am Abend einen wichtigen Forscherpreis verleihen soll. Doch dazu kommt es nicht: Malmberg wird brutal in seiner Kabine erstochen. Die Besatzung drängt darauf, die geplante Expedition ins Nordmeer fortzusetzen. Also werden die beiden Ermittler Dennis Wilhelmson und Sandra Haraldsson an Bord geschickt, um herauszufinden, warum der berühmte Forscher ermordet wurde. Je länger die beiden auf dem Schiff sind, desto mehr Verdächtige gibt es, bis es in einer eiskalten Nacht vor der Küste Spitzbergens zu einem dramatischen Showdown kommt …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2021
"Der Schweden-Krimi lebt" proklamiert Rezensentin Katrin Doerksen nach der Lektüre von Anna Ihréns "Tod eines Eisfischers". Auf der kleinen Schäreninsel Smögen bricht der Winter ein - und zwar einer von der ganz üblen Sorte, wie man ihn zuletzt 1942 erlebt hat. Damals kehrten viele Fischer nicht mehr aus dem Eis zurück, wovon Ihrén in eingestreuten Kapiteln eindrücklich zu erzählen weiß. In der Gegenwart jedoch ist es ein Forscher, der im Eis ums Leben kommt - nicht durch die Kälte, sondern durch vierundzwanzig Messerstiche. Mit einem breit angelegten Figurenensemble, wechselnden Perspektiven, mit Alltagsgeschichten aus der Provinz, historischen Rückblenden und biografischen Einzelheiten gibt Ihrén zur Freude der Rezensentin Einblick in einen realen Mikrokosmos, indem die Ermittlungen aufhaltsam, die Helden unkonzentriert und die Verfolgungen unspektakulär sind. Dass manche der schön erzählten Nebenstränge ins Leere verlaufen, kann die Rezensentin der Autorin leicht verzeihen. Wirklich bedauerlich sind nur die Klischees, auf die Ihrén immer dann zurückgreift, wenn sie über Dinge schreibt, die ihr offenbar unvertraut sind.
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