Aus dem Schwedischen von Antje Rieck.Blankenburg. Aus seinem Mund ergießt sich ein Schwall Blut. Es ist kaum zu verstehen, was der junge Chinese flüstert. Nur dass seine letzten Worte von entscheidender Bedeutung sind, ist den Polizisten instinktiv klar. Kurz darauf wird in einem Waldstück bei London eine weitere schrecklich zugerichtete Leiche gefunden das geheime Europol-Team beginnt zu ermitteln. Was treibt die Drahtzieher der beiden Morde an? Europol tappt im Dunkeln. Nur eines wird den Ermittlern immer klarer: Die Dimension dieser Verbrechen lässt selbst den Erfahrensten unter ihnen den Atem stocken.Brisant, packend und so erschreckend realistisch, dass Sie die Nachrichten in Zukunft mit anderen Augen sehen werden.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.03.2012
Von Arne Dahl ist Rezensent Tobias Gohlis literarische Höchstleistungen gewohnt - zehn Kriminalromane, die von Globalisierung, islamistischem Terror und Kriegsführung handeln und dabei diverse Erzählgenres bis zur Kunstliteratur abdecken, hat davon bereits Zeugnis abgelegt. In "Gier" habe der schwedische Autor sein ohnehin zahlreiches Figurenensemble noch einmal erweitert und so folgt der Kritiker hier mit angehaltenem Atem nicht nur den aus den anderen Romanen bereits bekannten Kriminalpolizisten aus dem A-Team, sondern darüber hinaus gleich einem ganzen "Orchester" von intelligent gezeichneten Figuren, die als operative Einheit der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag, New York, Stockholm und Cornwall in einem "weltumspannenden" und undurchschaubaren Netz aus Intrigen um Finanzmagnaten, Politiker, Hacker, Mafia, Kinderpornografie und den G-20-Gipfel 2009 ermitteln müssen. Der Rezensent lässt sich nicht nur von den umfangreichen und komplexen Ermittlungen in den Bann ziehen, sondern bewundert auch Dahls Talent, immer wieder literarische Texte von der Antike bis zu Kafka und Peter Weiss anklingen zu lassen.
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