Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Monate nach dem tragischen Tod seiner Frau Hanna nimmt der Psychoanalytiker Drik de Jong seine Arbeit wieder auf. Doch der Weg zurück ins "normale" Leben gestaltet sich schwierig für ihn. Denn Drik kann die Erinnerung an Hanna und das Leben mit ihr einfach nicht beiseiteschieben. Noch dazu gibt ihm Allard Schuurman, sein erster neuer Patient, große Rätsel auf: Drik kommt nicht heran an den jungen Psychologiestudenten, der bei ihm die obligatorische Lehrtherapie macht. Ja, er spürt sogar eine merkwürdige Bedrohung von ihm ausgehen. Und je weniger er sich einen Reim auf Allard Schuurman zu machen vermag, desto stärker werden Driks Zweifel an der eigenen Kompetenz und an Sinn und Zweck seines Berufes überhaupt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.10.2012
In tiefe Innenwelten, körperliche wie seelische, hat sich Barabara von Becker mit diesem Roman der Psychoanalytikerin Anna Enquist führen lassen, die der Rezensentin so faszinierend wie beklemmend erschienen. Enquist erzählt von beschädigten Seelen, die der Tod nahestehender Menschen aus der Bahn geworfen hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Geschwister, die beide Ärzte und trotzdem gleichermaßen hilflos sind. Becker liest mit Interesse, wie Enquist diese beiden Berufszweige darstellt, wobei die Zunft der Analytiker und Therapeuten deutlich schlechter abschneidet als das Präzisionsfeld der Chirurgie. Spannend findet die Rezensentin das alles erzählt, nur manchmal etwas durch das große Wissen der Autorin überlagert, wie sie behutsam kritisiert.
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