Connie Palmen

Logbuch eines unbarmherzigen Jahres

Cover: Logbuch eines unbarmherzigen Jahres
Diogenes Verlag, Zürich 2013
ISBN 9783257068597
Gebunden, 264 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Die Schriftstellerin Connie Palmen und den Staatsmann Hans van Mierlo verband eine späte symbiotische Liebe. In diesem Buch beschreibt sie, mit vielen Rückblenden in die Zeit ihres Zusammenseins, seine Erkrankung, seinen Tod und ihren Umgang mit Trauer und Verzweiflung. Bewegende Notizen gegen das Vergessen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2013

Connie Palmens "Logbuch eines unbarmherzigen Jahres" ist eines der lebendigsten Bücher über den Tod, die Rezensentin Kristina Maidt-Zinke in den letzten Jahren gelesen hat. Palmen betrauert in diesem Buch den Tod ihres Lebensgefährten, des niederländischen Politikers Hans van Mierlo, und zwar mit beinahe beunruhigender Offenheit, erklärt die Rezensentin. Gerade in diesem ungezwungenen, irgendwie kindlichen Umgang mit den eigenen Gefühlen und dem geringen Respekt gegenüber geltenden Tabus hatte van Mierlo selbst die Anziehung vermutet, die Palmens Texte ausüben. Die Autorin schreibt, als wolle sie ihn in seiner Ansicht unbedingt noch einmal bestätigen, berichtet Maidt-Zinke, die "Selbstentblößung ist ihre Strategie der Verlustbewältigung". Aber das Buch ist auch für Leser interessant, die sich nicht an Palmens "Publikumstherapie" beteiligen wollen, die Erinnerungen der Autorin an verstorbene Kollegen und Freunde, an Begegnungen und Gespräche, machen es schon zu einem wertvollen Dokument, findet die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.05.2013

Connie Palmens Auseinandersetzung mit dem Tod ihres zweiten Ehemannes - auch den ihres ersten in den Neunzigern hatte sie bereits schriftlich verarbeitet - gesteht die beeindruckte Rezensentin Bettina Cosack in ihrer ausgiebig zitierenden Rezension einen "Ehrenplatz in jedem Leid-Regal" zu. Zwar weist die Autorin ihren selbst so ausgewiesenen "Strom des Kummers" bereits im Titel als bloßes und damit eher formloses Notizenkonvolut aus, stellt die Rezensentin fest, doch mangelt es den Sätzen darin nicht an Klarheit und Kraft. Wie die Autorin sich gegen das Vergessen stemmt und die Geschichte einer innigen Liebe rekonstruiert, deren Konturen Cosack ausführlich schildert, imponiert der Rezensentin genauso, wie Palmen ihre eigene Kummerlast durch gezielte Gänge ins literarische Archiv kontextualisiert: Indem sie das, was andere über das Leid des Verlassenseins geschrieben haben, mit den eigenen Erfahrungen abgleicht, erweitert oder verneint, ist "Das Logbuch eines unbarmherzigen Jahres" auch eine Auseinandersetzung mit den Maßgaben der Leid-Literatur, merkt Cosack abschließend an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2013

Connie Palmens "Logbuch eines unbarmherzigen Jahres" hat Rezensentin Anja Hirsch sichtlich berührt. Sie sieht darin einen "bewegenden" Bericht über den Verlust von Palmens Mann, den niederländischen Politiker Hans von Mierlo, und weiterer geliebter Menschen. Beeindruckend findet Hirsch, wie eindringlich und zugleich sensibel die Autorin ihre Trauer, deren Entwicklung, Wiederholungen und Veränderungen beschreibt. So ist für sie ein Buch voll von Gefühlen entstanden, das dem Leser nahe geht und entwaffnet, ohne je aufdringlich zu sein.
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