Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2000
Eine etwas langatmige Kritik einer Dissertation über Emanuel Schikaneder, der durch sein Textbuch für Mozarts "Zauberflöte" zu zweifelhaftem Ruhm gelangt ist. Der Schauspieler aus der Wiener Vorstadt galt den Mozart-Liebhabern als dem Genie nicht ebenbürtig, weswegen die Autorin, so vermutet Anja-Rosa Thöming, den handwerklichen Charakter der Arbeit Schikaneders betont. Die Rezensentin hält die 130 Seiten lange Biografie für das Kernstück der Dissertation. Thöming bewundert vor allem, wie virtuos die Autorin mit dem umfangreichen Quellenmaterial jongliert, das Leben und Arbeit des Schauspielers, Stückeschreibers und Theaterdirektors anschaulich macht und zugleich eine Ahnung vom Volkstheater der damaligen Zeit vermittelt. Schikaneder entwarf, inszenierte, spielte selbst, ein Allround-Talent, dessen dichterischer Ruhm schon zu Lebzeiten angeknackst war, wie Sonnek berichtet. Der Absturz Schikaneders in Wahnsinn und Armut sei in Kritiken nachzulesen, teilt Thöming mit, die sie in Bezug auf seine Theaterfolge vermisst.
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