Um die Koloratursopranistin Edita Gruberova ranken sich viele Attribute: "Königin des Belcanto", "slowakische Nachtigall" oder auch "die Unvergleichliche". Für ihre stupende Technik, ihre einzigartige Stimme und ihre große Darstellungskunst gleichermaßen von Kritik und Fans geliebt, steht sie seit bald 45 Jahren auf der Bühne. Legendär und stilbildend sind ihre Auftritte im Mozart- und Belcanto-Fach, unerreichbar ihre Interpretationen der Königin der Nacht, von Lucia di Lammermoor oder Zerbinetta. Edita Gruberova ist die einzig echte "Primadonna assoluta" unserer Zeit. Eine Künstlerin, die sich und ihrer Stimme immer treu geblieben ist, ihr kostbares Organ kontinuierlich und vorsichtig weiterentwickelt hat, ohne sich den Marktgesetzen zu unterwerfen. Der Musikjournalist Markus Thiel hat die Gruberova über zehn Jahre lang aufmerksam begleitet, zahlreiche Gespräche mit ihr geführt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2012
Es hat schon mal eine Gruberova-Biografie gegeben, 1996 von Niel Rishoi geschrieben, weiß Marianne Zelger-Vogt. Rishoi habe ihr damals den Höhepunkt ihrer Karriere prognostiziert. Markus Thiel widerspricht ihm in seinem Buch "Edita Gruberova - der Gesang ist mein Geschenk" zurecht, findet die Rezensentin; die Sängerin habe sich seitdem "nochmals in ungeahntem Maß weiterentwickelt". Entscheidend dafür sei die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Christof Loy in zwei maßgeschneiderten Inszenierungen von Donizetti-Opern gewesen und eine Pädagogin, mit der sie an ihrer Technik gefeilt habe. Erstaunt zeigt sich die Rezensentin, wie offen Thiel auch Rückschläge, Krisen und misslungene Aufführungen anspricht. Auch seine Analysen ihrer Leistungen seien keineswegs unkritisch. Zelger-Vogt verrät, das Buch vergrößere ihre Vorfreude auf das bevorstehende, "möglicherweise letzte", Rollendebüt Gruberovas am Zürcher Opernhaus mit dem neuen Intendanten Andreas Homoki und erneut unter der Regie von Christof Loy.
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