Wie ein Museum verfügt das Album über die Fähigkeit, räumlich und zeitlich von einander getrennte Objekte einander begegnen zu lassen. Die Idee des Albums wandert in vielfältigen Ausprägungen in die gegenwärtige künstlerische und wissenschaftliche Praxis ein. Scrapbooks, soziale Netzwerk-Plattformen und Kunstprojekte schaffen neue Formen von Alben. In exemplarischen Lektüren und in übergreifenden Beiträgen werden hier die historischen Wandlungen und kulturellen Einflüsse beschrieben, die aus dem Album ein Netzwerkmedium von besonderem kultur- und medienwissenschaftlichem Interesse machen. Dabei erweist sich das Album als künstlerisches Objekt und Darstellungsformat, das alle anderen medialen und kulturellen Formen integrieren, repräsentieren und symbolisch verarbeiten kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2013
Mit großem Interesse liest sich Lothar Müller durch diese Aufsätze und Essays zu Wesen und Ästhetik des privat gefüllten Albums in all seinen Varianten. Dass sich das Buch dabei selbst wie ein Album anfühlt, in dem sich die Bilder häufen, das man systematisch durchgehen oder zerstreut durchblättern kann, findet er nur angemessen. Doch ansonsten, schreibt Müller weiter, handelt es sich bei dem Album um den "Rivalen des Buches": Es ist nicht notwendig linear angelegt, aber wegen seiner Gestaltung durch den Besitzer immer notwendig ein Unikat. Auch arbeitet der vorliegende Band sehr anschaulich heraus, welchen Stellenwert das Album für die moderne Literatur hat und welchen Einfluss die moderne Kunst auf die Gestaltung privater Alben - etwa auf das von Maidon Horkheimer, Gattin Max Horkheimers - hatte.
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