EReader bestechen mit enormer Speicherkapazität und Zugriffsgeschwindigkeit, und wir hoffen, mit ihrer Hilfe den Datenmengen unserer Kultur Herr zu werden. Der Literaturwissenschaftler Uwe Jochum zeigt jedoch, dass allen Digitalmedien ein fundamentaler Aspekt fehlt: Im Gegensatz zum gedruckten Buch sind sie vollständig dekontextualisierte Medien, bei denen auf textverantwortliche Personen und deren Namen verzichtet werden kann. Mit einem Gang durch die Mediengeschichte zeichnet Uwe Jochum die Bedeutung des Kontextes von den Höhlenzeichnungen der Steinzeitmenschen (Wandmedien) über die Papyrusrollen der Antike (Handmedien) bis heute nach. Mit dem gedruckten Buch plädiert er für zwei Eckpfeiler unserer Kultur: die Mühe des Studierens und die Autorität des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2015
Uwe Justus Wenzel bleibt kritisch beim Lesen von Uwe Jochums Apologie des geschriebenen Buchs und des Autors. Wenn der Autor Gadgets wie Tablets und Smartphones als Schrott und Medien des Ungeistes abkanzelt und gegen höhere Handmedien abhebt, wittert Wenzel schnöde, altbekannte Kulturkritik. Die kurze Mediengeschichte, die der Autor mitliefert, scheint Wenzel aber doch lesenswert und die Klage letztlich durchaus von Belang, selbst wenn Jochum etwas blasphemisch Autor und Gott zusammendenkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2015
Helmut Mayer lässt sich vom Medienhistoriker Uwe Jochum die schöne Sinnhaftigkeit von Handmedien, Büchern also, erklären. Von wegen digitales Gestöber! In seinem Essay holt der Autor laut Mayer weit aus, bis ins Paläolithikum, um die Autorität des Urhebers in ihrer Bedeutung zu erläutern und die digitale Bibliothek als Widerspruch in sich darzustellen. Der hohe Ton des Ganzen scheint Mayer zu dieser Diagnose und zu der Versicherung einer "elementaren Kulturtechnik" zu passen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…