Uwe Jochum

Medienkörper

Wandmedien - Handmedien - Digitalia
Cover: Medienkörper
Wallstein Verlag, Göttingen 2014
ISBN 9783835315433
Broschiert, 64 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

EReader bestechen mit enormer Speicherkapazität und Zugriffsgeschwindigkeit, und wir hoffen, mit ihrer Hilfe den Datenmengen unserer Kultur Herr zu werden. Der Literaturwissenschaftler Uwe Jochum zeigt jedoch, dass allen Digitalmedien ein fundamentaler Aspekt fehlt: Im Gegensatz zum gedruckten Buch sind sie vollständig dekontextualisierte Medien, bei denen auf textverantwortliche Personen und deren Namen verzichtet werden kann. Mit einem Gang durch die Mediengeschichte zeichnet Uwe Jochum die Bedeutung des Kontextes von den Höhlenzeichnungen der Steinzeitmenschen (Wandmedien) über die Papyrusrollen der Antike (Handmedien) bis heute nach. Mit dem gedruckten Buch plädiert er für zwei Eckpfeiler unserer Kultur: die Mühe des Studierens und die Autorität des Autors.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2015

Uwe Justus Wenzel bleibt kritisch beim Lesen von Uwe Jochums Apologie des geschriebenen Buchs und des Autors. Wenn der Autor Gadgets wie Tablets und Smartphones als Schrott und Medien des Ungeistes abkanzelt und gegen höhere Handmedien abhebt, wittert Wenzel schnöde, altbekannte Kulturkritik. Die kurze Mediengeschichte, die der Autor mitliefert, scheint Wenzel aber doch lesenswert und die Klage letztlich durchaus von Belang, selbst wenn Jochum etwas blasphemisch Autor und Gott zusammendenkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2015

Helmut Mayer lässt sich vom Medienhistoriker Uwe Jochum die schöne Sinnhaftigkeit von Handmedien, Büchern also, erklären. Von wegen digitales Gestöber! In seinem Essay holt der Autor laut Mayer weit aus, bis ins Paläolithikum, um die Autorität des Urhebers in ihrer Bedeutung zu erläutern und die digitale Bibliothek als Widerspruch in sich darzustellen. Der hohe Ton des Ganzen scheint Mayer zu dieser Diagnose und zu der Versicherung einer "elementaren Kulturtechnik" zu passen.