Mit Wendigkeit bewegt sich Anja Golob durch Sprach- und Bildwelten zwischen Konkretheit und Schwebezuständen, zwischen naturwissenschaftlicher Genauigkeit und poetischer Assoziativität: von der Lichtgeschwindigkeit zur Familie der Lampyridae zu Sylvia Plaths Herdgebärmutter und Dortgestern und Hierheute, die wie zwei Fremde am Flughafen stehen. Anja Golob ist eine der eindrucksvollen lyrischen Stimmen der slowenischen Gegenwartsliteratur, die Neuerscheinung "ab und zu neigungen" ihr erster Gedichtband in deutscher Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2015
Peter Urban-Halle ist schlichtweg beigeistert von diesem Auswahlband mit Texten der slowenischen Dichterin Anja Golob. Klein, schön, edel scheint ihm das Äußere des Bandes, drinnen tritt ihm eine "große" Dichterin entgegen, eine Sportlerin des Verses von rauer Eleganz. Nichts wirkt auf ihn verschwurbelt, die Bilder neu, die Kraft der Worte schwindelerregend. Mal antik elegisch, mal mit Bezug zu Rilke, dann wieder wie Benn, meint der Rezensent, der auch die Übersetzung durch Urska P. Cerne und Uljana Wolf "schlicht preiswürdig" findet.
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