Sylvia Plath

Ariel

Urfassung. Englisch und deutsch
Cover: Ariel
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783518420232
Gebunden, 221 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Übertragung und Nachwort von Alissa Walser. Mit einem Vorwort von Frieda Hughes. Mit Abbildungen. "Diese Ausgabe des 'Ariel' von Sylvia Plath, meiner Mutter, folgt genau der Anordnung ihres letzten Manuskripts, so wie sie es hinterließ", schreibt Frieda Hughes in ihrem Vorwort. "Als sie am 11. Februar 1963 Selbstmord beging, fand sich ein schwarzer Klemmhefter auf ihrem Schreibtisch, der ein Manuskript mit vierzig Gedichten enthielt"... Für den Druck veränderte jedoch Ted Hughes, ihr Mann, von dem sie sich getrennt hatte, die ursprüngliche Zusammenstellung. "Ariel" wurde zu einem der berühmtesten und erfolgreichsten Gedichtbände der letzten fünfzig Jahre. Erst 2004, nach dem Tod von Ted Hughes, ist "The Restored Edition" von "Ariel" in Sylvia Plaths ursprünglicher Auswahl und Anordnung, erschienen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2009

Noch einmal erzählt Rezensent Tobias Döring in knappen Zügen das Schicksal Sylvia Plaths und ihrer postum weltberühmten Gedichte nach. Vom Selbstmord im Gasofen und von der Herrschaft, die ihre Ehemann und lyrischer Konkurrent Ted Hughes übers Werk ausübte. Mit letzterer war es mit der dieser Übersetzung zugrundeliegenden Neuausgabe des Gedichtbands "Ariel" vorbei, die Ted Hughes' Eingriffe kompositorischer Art rückgängig machte. Leider, so Döring, folgt die deutsche Ausgabe dem philologischen Zugriff nicht durchweg. Dafür habe sie den gewichtigen Vorteil einer brillanten Neuübersetzung durch Alissa Walser zu bieten. Gerade im Vergleich mit der nach wie vor verfügbaren Erstübersetzung Erich Frieds sei da viel zu lernen, nicht zuletzt über die Veränderung der deutschen Sprache in den letzten Jahrzehnten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.01.2009

Heinz Schlaffer stößt in diesem Band auf die persönliche Katastrophe Sylvia Plaths, auf die Bedrohung der Dichterin "von innen". Ihre ganze poetische Kraft entfalten die in "Ariel" versammelten Gedichte für Schlaffer erst mit dem Verlust ihrer Zeitbedingtheit. Der Rezensent ist überwältigt von ihrer Wildheit, von Plaths hier zutage tretender Fähigkeit, das Leiden gedrängt in Worte zu fassen und das Autobiografische zur Tragödie zu vergrößern. Angesichts dieser Neuedition (samt der wieder in die Sammlung aufgenommen Gedichte) fühlt sich Schlaffer an die Tradition radikal subjektiver Lyrik erinnert. Die Neuübersetzung der Texte durch Alissa Walser vergleicht er mit derjenigen Erich Frieds und kommt zu dem Schluss, dass Walser gerade durch den vehementen Wunsch, sich von der alten Übertragung zu lösen, nicht loskommt davon. Mal, vermerkt Schlaffer, sinkt sie gegenüber Fried durch einen "nachlässigen Umgangston" ab, mal überflügelt sie sogar das Original. Schlaffer ist ganz froh, dass es beide Fassungen gibt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2009

Verhalten zwar, dennoch hoch begeistert über die lang ersehnte Edition der Originalfassung von Silvia Plaths Gedichtband "Ariel", nähert sich der hier rezensierende Anglistikprofessor und Übersetzer Werner von Koppenfels diesem Buch. Dass ihm beim Lesen öfters die Luft wegbleibt, liegt in der Natur der Texte und ihrer Autorin. Das Gewaltsame von Plaths Rhythmen und Bildern deutet Koppenfels denn auch als Reaktion auf ein Erstickungsgefühl. Die Lebensfreude, mit der der Band anhebt, kann der Rezensent also getrost als Täuschung bezeichnen. Aggressiv erscheint ihm, was folgt. Und auch das einst von Plaths Ehemann Ted Hughes Herausretuschierte, nun Rekonstruierte ergreift den Rezensenten als ein "Mehr an Bitterkeit", als in Bildern der Verstümmelung und der Starre lauerndes Anklagendes. Doch steckt hinter Plaths "wilder Halluzinatorik" ein enormer Formwille, das weiß Koppenfels genau. Um so angebrachter erscheint es auch, Erich Frieds ältere Fassung mit dieser neuen, von Alissa Walser besorgten zu vergleichen. Koppenfels kommt zu dem Schluss, dass Walsers vergleichsweise "geschmeidigere Kolloquialität" mit Frieds Klang- und Rhythmusgewandtheit in Wettstreit tritt. Ein Gewinner ist nicht eindeutig auszumachen. An mancher Stelle, findet Koppenfels, hätte die Übersetzerin es optimaler treffen dürfen.
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